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Erntestart

Rukwied rechnet mit 48 Millionen Tonnen Getreide

DBV/Julia Eder/agrarheute
am
05.07.2016

Die Landesbauernverbände rechnen mit einer Erntemenge von 47 bis 48 Millionen Tonnen in Deutschland. Doch die Erträge sind regional sehr unterschiedlich.

Die Getreideernte beginnt und die deutschen Bauern sind zuversichtlich. Die Witterung war besser als in den Vorjahren und hat eine gut durchschnittliche Getreideernte heranwachsen lassen. Diese Informationen gab Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), bei einem Pressegespräch bekannt.

    Erntemengen auf Vorjahresniveau

    Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen lassen eine Getreideernte von 47 bis 48 Millionen Tonnen erwarten. Zum Vergleich:

    • Das Vorjahresergebnis beträgt 48,9 Millionen Tonnen
    • Der fünfjährige Mittelwert beträgt 47,2 Millionen Tonnen
    • Getreide wurde dieses Jahr auf 6,4 Millionen Hektar angebaut. Das sind gut 100.000 Hektar weniger als im der Vorjahressaison.

    Für die in Deutschland im Anbau bedeutendste Ölpflanze Winterraps rechnet der DBV mit einer Erntemenge auf Vorjahresniveau, also fünf Millionen Tonnen. Es ist zu erwarten, dass der Flächenzuwachs auf 1,33 Millionen Hektar durch niedrigere Erträge als im Vorjahr ausgeglichen wird.

    Bundesweit große Unterschiede

    In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Winterweizen- und Wintergerstenbestände nach dem milden Winter regional durch Kahlfröste im Januar geschädigt. Im Frühjahr zeigten sich Trockenschäden, in deren Folge beim Winterweizen und bei der Wintergerste deutliche Mindererträge von bis zu 25 Prozent auftreten könnten. Die anderen östlichen Bundesländer und leichtere, sandigere Standorte in Schleswig-Holstein litten im Frühjahr unter zu geringen Niederschlagsmengen.

    Im gesamten Westen der Republik waren die Flächen zu Beginn des Frühjahrs wassergesättigt oder übersättigt und die Flächen oft nicht befahrbar. Regional führten Hagel, Überschwemmungen und Staunässe zu Totalverlusten. In Kombination mit den sommerlichen Temperaturen sind ein höherer Krankheitsdruck und Lagergetreide entstanden.

    Rukwied: "Situation der Betriebe ist angespannt"

    "Die wirtschaftliche Situation der Ackerbaubetriebe ist wegen der niedrigen Preise für Getreide und Raps jedoch angespannt. Zudem gibt es regional Ernteschäden durch Unwetter, Starkregen oder Hagel. Derzeit sind bundesweit fast 200.000 Hektar davon betroffen, rund dreimal soviel wie in anderen Jahren", so Rukwied.

    20 Euro weniger pro Tonne

    Mit durchschnittlich 140 Euro pro Tonne Brotweizen am Ende des Wirtschaftsjahres 2015/16 erzielten Erzeuger etwa 20 Euro pro Tonne weniger als zum Vorjahreszeitpunkt. In den zurückliegenden Wochen haben sich die Preise allerdings stabilisiert.

    Im Frühjahr 2016 stieg die Nachfrage im Export deutlich und stützte den Preis. Entgegen der Erwartungen exportierte die EU-28 mit 31 Millionen Tonnen Weizen etwa so viel wie im Vorjahr. Die Gerstenexporte in Höhe von 10,1 Millionen Tonnen übertrafen die Vorjahresexporte sogar um mehr als eine Million Tonnen.

    Insbesondere in den norddeutschen Regionen wurden die Getreidebestände deutlich abgebaut. Das entlastet den Markt im gerade begonnen Wirtschaftsjahr.

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