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Getreide

Muss Russland bald Weizen importieren?

© Cruelboy/fotolia
von , am
03.01.2013

Analysten gehen davon aus, dass Russland aufgrund der knappen Versorgungslage in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres Weizen importieren muss. Der Export geht schon jetzt deutlich zurück.

© Mühlhausen/landpixel
Russlands Weizenexport war im November mit knapp einer Million Tonnen rund 38 Prozent (%) kleiner als im Vormonat und nicht einmal nur halb so groß wie im letzten Jahr. Damit nimmt das Tempo der russischen Ausfuhren weiter spürbar ab und die entstandene Angebotslücke erklärt zu einem guten Teil die starke Nachfrage nach europäischen Weizen. Gleichzeitig nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass Russland zum Ende des Wirtschaftsjahres sogar Weizen importieren muss.

Exporte ausgeschöpft

Insgesamt haben die Russen von Juli bis November 9,1 Millionen Tonnen (Mio. t) Weizen exportiert. Das sind rund 30 % oder fast drei Millionen Tonnen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von dem im November ausgeführten Weizen gingen rund 36 % nach Ägypten und jeweils 13 % in den Iran und in die Türkei. Russische Analysten rechnen vor dem Hintergrund der immer schwächer werdenden Ausfuhren und der stark geschrumpften Bestände allenfalls noch mit Exporten von einer Million Tonnen. Damit würden die möglichen Gesamtexporte insgesamt zehn Millionen Tonnen nicht übersteigen. Von dieser Größenordnung geht auch das US-Landwirtschaftsministerium aus.

Russland muss Weizen importieren

Angesicht der knappen Marktversorgung rechnen einige Analysten in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres sogar mit beträchtlichem Importbedarf. Das USDA schätzt die mögliche russische Weizeneinfuhr auf 1,5 Mio. t. Dies wäre die höchste Importmenge seit vielen Jahren. Bei einer Ernte von 38 Mio.t und einem Inlandsverbrauch von 35 Mio. t, gingen die bisherige Versorgung und der Export eindeutig zu Lasten der Bestände. Dies machen auch die hohen Preise am Binnenmarkt sowie beim Interventionsverkauf deutlich.

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