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Getreide

Russland erwägt umfangreichere Getreideimporte

von , am
23.08.2010

Moskau/Astana - Die Stadtregierung Moskaus hat Lieferungen von 100.000 bis 300.000 Tonnen Getreide aus Kasachstan beantragt. Das hat der Exekutivsekretär des Landwirtschaftsministeriums, Jewgenij Aman, bestätigt.

© Sergey A. Pristyazhnyuk/fotolia

Laut der russischen Wirtschaftszeitung "Vedomosti " werden derzeit auch auf zentraler Ebene Pläne erörtert, in diesem Wirtschaftsjahr fünf Millionen Tonnen Getreide einzuführen, einen bedeutenden Teil davon aus Kasachstan. Auf Anfrage des Blattes erklärte das Landwirtschaftsministerium in Astana, Kasachstan wäre bereit, Getreide nach Russland zu exportieren, falls Moskau diesen Wunsch offiziell äußert. Wie Aman jetzt klarstellte, sei dies aber bislang nicht der Fall gewesen. 

Auch keine anderen russischen Regionen hätten bisher Interesse an Getreideimporten aus seinem Land geäußert, hingegen aber einige private Handelsgesellschaften. "Vedomosti " führte die Meinung des Exekutivdirektors des nationalen Consulting- und Forschungszentrums für Agrarökonomie (Sovecon), Andrej Sisow, an, wonach Russland 2010/11 angesichts bedeutender Ernteverluste sogar zu einem Nettoimporteur von Getreide werden könnte.

Ernteprognose: 59,5 bis 63,5 Millionen Tonnen Getreide

Sovecon rechnet inzwischen mit einer Getreideernte 2010 von nur 59,5 bis 63,5 Millionen Tonnen gegenüber 97,1 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Der Präsident der Russischen Getreideunion, Arkadij Slotschewskij, erinnerte im Zusammenhang mit angeblichen Importplänen daran, dass sich Russland in den zurückliegenden Jahren zwar ausdrücklich als Nettoexporteur von Getreide positioniert, zugleich aber im Durchschnitt rund 1,5 Millionen Tonnen davon eingeführt hatte. In der vergangenen Saison waren es jedoch nur 400.000 Tonnen.

Exportpotenzial auf acht Millionen Tonnen geschätzt  

Unterdessen hat das kasachische Landwirtschaftsministerium klargestellt, dass es an seiner früheren Prognose festhält, wonach das Land 2010/11 rund acht Millionen Tonnen exportieren könnte, berichtet die nationale Nachrichtenagentur KazInform. Einige Tage zuvor hatte Landwirtschaftsminister Achylbek Kurischbajew das Exportpotenzial überraschend mit lediglich sechs Millionen Tonnen beziffert. Marktexperten ist dabei aufgefallen, dass er weder Russland noch den Iran als mögliche Exportdestinationen erwähnte. (aiz)

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