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Getreide

Russland: Regenfälle drücken Weizenpreise

© Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio.de
von , am
25.05.2012

Russlands Einfluss auf den Weizenmarkt ist enorm. Nachdem Meldungen über Trockenschäden den Weizenpreis letzte Woche auf ein elf-Monatshoch getrieben hatten, geht es nun in die andere Richtung.

Trockene Regionen werden trockener, feuchte feuchter. Der DWD sieht keinen Grund, warum dieser Trend nachlassen sollte. © Marco Barnebeck(Telemarco)/pixelio
Aufkommende Regenfälle, die von der Ost-Ukraine bis in die russischen Hauptanbaugebiete ziehen, schicken die Preise auf Talfahrt. Gleichwohl sind die meisten russischen und internationalen Analysten überzeugt, dass die Regefälle die bisherigen Schäden nicht mehr voll kompensieren können.

Weizenernte dennoch kleiner

Die russischen Marktbeobachter von SevEcon erwarten trotz der Regenfälle in Südrussland nur noch eine Weizenernte von 53 Millionen Tonnen (Mio. t). Das US-Landwirtschaftsministerium hatte die kommende Ernte vor 14 Tagen auf 56 Mio. t geschätzt und damit in etwas so groß wie 2011. Marktanalysen der Rabobank senkten ihre ursprüngliche Prognose wegen der Trockenheit jedoch ebenfalls um zwei Millionen Tonnen auf 53 Mio. t.
 
Die russischen Fachleute warnen indessen, vor dem Hintergrund einer nur geringfügig kleineren Ernte auf ein ähnlich großes Exportpotential wie 2011/12 zu schließen. Im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr dürften die sehr großen Bestände nämlich für eine Weizenausfuhr von rund 21 Mio. t sorgen und damit einen Rekordwert erreichen. Lediglich die USA und Australien haben 2011/12 mehr Weizen am Weltmarkt abgesetzt als Russland.

Export schrumpft um ein Drittel

Die Exporterwartungen der russischen Marktbeobachter von SevEcon liegen wegen der in den südlichen Exportregionen deutlich reduzierten Bestände und der kleineren Ernte erheblich niedriger. Mit einer Gesamtausfuhr von nur 14 Mio. t Weizen gehen die russischen Experten von einem Rückgang der Exporte von einem Drittel (sieben Millionen Tonnen) aus. Allerdings liegen auch die meisten anderen Exportschätzungen deutlich unter den aktuellen Ausfuhrmengen. Zwar rechnet das USDA bislang noch mit einem Exportvolumen von 18 Millionen Tonnen (- 15 %), die Experten der Rabobank halten aktuell jedoch nur noch 15,5 Mio. t für möglich, nachdem sie bislang von 17 Mio. t ausgegangen waren.
 
In Verbindung mit den ebenfalls reduzierten Exportmöglichkeiten der Ukraine und Kasachstans wären die Weizenexporte vom Schwarzen Meer damit deutlich kleiner und der Druck auf die Weltmarktpreise geringer.
 
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