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Marktanalyse

Russland schafft Exportzölle beim Weizen ab

Dr. Olaf Zinke/agrarmanager/Hermann Krauß/agrarheute
am
07.09.2016

Russland hat angekündigt seine Exportzölle für Weizen ganz abzuschaffen. Grund dürfte der scharfe Wettbewerb an den Exportmärkten sein.

Russland will die Exportzölle für Weizen abschaffen, wie Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager, berichtet. Allerdings hat das Land trotz Exportzöllen bereits in der vorigen Saison einen neuen Ausfuhrrekord bei Weizen aufgestellt und wird nach Einschätzung der meisten Analysten die Europäer von der Spitzenposition der größten globalen Weizenexporteure verdrängen.

Ganz ohne Exportzölle könnte die russische Ausfuhrmenge sogar noch etwas größer ausfallen. Die russischen Weizenpreise sind jedoch auch so schon sehr niedrig.

Weizen: Rekordernte und Rekordexporte

Russland Ernte

Am vorigen Freitag hatte der russische Ministerpräsident Medvedev angekündigt die Exportzölle nun doch ganz abzuschaffen, nachdem man Mitte August zunächst nur eine Senkung der bestehenden Zölle in Aussicht gestellt hatte.

Nun wurde jedoch entschieden, die Exportzölle zunächst für die nächsten beiden Jahre völlig abzuschaffen um die Exporte weiter zu erleichterten und die Ausfuhren vor dem Hintergrund einer riesigen russischen Rekordernte weiter anzukurbeln.

Zuletzt galten Exportzölle von 50 Prozent des Ausfuhrwertes bzw. der Kontraktpreise je t, minus 6.500 Rubel (89,9 Euro), jedoch nicht weniger als 10 Rubel je t. Wegen der zuletzt stark gefallenen Weizenpreise in Russland und am Weltmarkt lagen die Exportzölle zuletzt nur noch bei dem oben genannten Mindestwert von 10 Rubel je t (0,14 Euro je t).

Wirtschaftsjahr 2015/16: Ausfuhrrekord trotz Zöllen

Russland exporte

Bereits im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2015/16 hatte Russland mit Ausfuhren von 25,5 Mio. t (trotz der Exportzölle) einen neuen Ausfuhrrekord bei Weizen erzielt. Ursachen für den rekordhohen Export war neben der bereits sehr großen Ernte 2015 (61,0 Mio. t) auch die Schwäche der russischen Währung gegenüber dem Dollar.

Dieser Umstand hat die Wettbewerbsfähigkeit des russischen Weizens am Weltmarkt im vorigen Wirtschaftsjahr deutlich verbessert und die gleichzeitig die Weizenpreise am russischen Binnenmarkt gestützt (wie in Europa).

Vor dem Hintergrund der  neuen Rekordernte von 72,0 Mio. t  rechnete das USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2016/17 mit Weizenexporten aus Russland von 30,0 Mio. t. Manche Analysten halten sogar noch größere Ausfuhren für möglich und auch die russische Ernte könnte noch nach oben korrigiert werden. 

Den gesamten Text und weitere Marktinformationen zum Thema "Russland mit sehr billigem Weizen" finden Sie beim agrarmanager.

Sonne, Weizen, Stroh: Die schönsten Erntebilder im August

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