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Getreide

Russland senkt Ernteprognose

© Rico Kammerer/fotolia
von , am
22.08.2013

Das russische Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose zur Gesamternte von Getreide (einschließlich Mais) von bislang 95 auf 90 Millionen Tonnen gesenkt.

© Mühlhausen/landpixel

 
Das russische Landwirtschaftsministerium hat seine Prognose zur Getreideernte  auf 90 Millionen Tonnen (Mio. t.) gesenkt. Grund sind die trockenheitsbedingten Produktionsausfälle im Süden des Landes. Dabei hat man sich nicht konkret zur Weizenernte geäußert. Bislang liegen jedoch fast alle Prognosen weiterhin über der Marke von 50 Mio. t und auch die reduzierte Ministeriumsprognose geht (indirekt) von einer Weizenernte über 50 Mio. t aus. Die russischen Marktbeobachter von SovEcon erwarten bislang nur eine Getreideernte von 86 Mio. t, davon aber 51 Mio. t Weizen.

Weizenpreise viel niedriger als in Europa

Die Weizenpreise haben in Russland Anfang August leicht zugelegt. Allerdings ist das derzeitige Niveau (anders als im Vorjahr) erheblich niedriger als etwa in Frankreich (182 Euro) oder in Deutschland (187 Euro). Die russischen Analysten von SovEcon meldeten diese Woche für den russischen Binnenmarkt für Brotweizen der Klasse 3 einen Großhandelspreis von umgerechnet 148 Euro (6950 Rubel). Der Preis für Brotweizen der Klasse 4 lag bei umgerechnet 144 Euro (6750 Rubel). Futterweizen wurde am russischen Binnenmarkt für umgerechnet 136 Euro (5975 Rubel) gehandelt. Gleichzeitig lagen die Preise für Futtergerste bei 138 Euro (6050 Rubel) und Brotroggen wurde für 97 Euro (4250 Rubel) gehandelt.

Größere Ernte bei Sommerweizen möglich

Die meisten Prognosen zur russischen Weizenernte bewegen sich zwischen 50 Mio. t und 54 Mio. t. Nur der Verband der russischen Getreideproduzenten hatte die Ernte wegen der Trockenheit im Süden des Landes unter der Marke von 50 Mio. t angesetzt. Die gesamte Weizenfläche beläuft sich in Russland in diesem Jahr auf etwa 24 bis 25 Mio. ha. Davon ist etwa die Hälfte Sommerweizen, der überwiegend noch geerntet werden muss. Die zum Teil sehr guten Erträge im Osten des Landes (Sibirien) könnten nach Einschätzung von SovEcon die Produktionsprognosen wieder nach oben treiben.
 

Exporte laufen bisher sehr gut

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 15. August meldet das russische Landwirtschaftsministerium einen Getreideexport von knapp 4,0 Mio. t, nach 3,03 Mio. t im letzten Jahr. Im laufenden Monat bsi zum 15. August exportierten die Russen bereits 1,45 Mio. t Getreide. Davon waren 1,22 Mio. Weizen, 223.000 t Gerste und 6.000 t Mais sowie 5.000 t andere Getreidearten. Insgesamt exportierten die Russen vom 1. Juli bis zum 15. August des laufenden Wirtschaftsjahres schon 3,13 Mio. t Weizen. Das USDA rechnet für das Gesamtjahr mit Exporten von etwa 17 Mio. t Weizen.
 

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