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Getreide

Russland unterbricht Interventionsankäufe von Getreide

von , am
09.02.2010

Moskau - In Russland sind die Interventionsankäufe von Getreide aus der Ernte 2009 vorerst eingestellt worden. Ob die Ankäufe fortgesetzt werden, will die Regierung im März entscheiden.

© Valeriy Lukyanov/Fotolia

Derzeit gebe es keinen Bedarf daran, "da der Markt sich selbst reguliert ", wie der für die Agrar- und Ernährungswirtschaft zuständige erste stellvertretende Ministerpräsident des Landes, Viktor Subkow, erklärte. Die Unterbrechung ist ihm zufolge beschlossen worden, obwohl in der Interventionskasse noch Finanzmittel in Höhe von rund zwei Milliarden Rubel (47,9 Millionen Euro) verblieben sind. Gleichzeitig gab Subkow zu, dass der russische Interventionsmechanismus einer grundlegenden Modernisierung bedürfe.

Als mögliches Vorbild dafür nannte der Vizepremier die Verpfändung von Getreide an den Staat, die nach seinen Worten beispielsweise in Kasachstan und der Ukraine, aber auch in der Slowakei und Ungarn erfolgreich praktiziert werde. Bei der Anfang November 2009 gestarteten Kampagne sind in Russland laut offiziellen Angaben insgesamt knapp 1,8 Millionen Tonnen Getreide für fast 7,0 Milliarden Rubel (167,7 Millionen Euro) interveniert worden.

Mehr als drei Viertel davon entfallen demnach auf Brotweizen mittlerer Qualität. Der russische Interventionsfonds ist derzeit mit rund 10 Millionen Tonnen Getreide - zumeist aus der außerordentlich umfangreichen Ernte 2008 - gefüllt. Das Moskauer Landwirtschaftsministerium beklagte in der letzten Zeit oftmals hohe Lagerkosten und auch negative Auswirkungen der so hohen Vorräte auf die aktuellen Marktpreise für Getreide. (aiz)

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