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Getreide

Russland: Weizenverkauf soll Preisanstieg stoppen

© Mühlhausen/landpixel
von , am
24.10.2012

Wie Anfang Oktober angekündigt, startet in Russland nun der Verkauf von Weizen aus dem staatlichen Interventionsfonds. Die Verkaufspreise lagen 15 bis 20 Prozent unter den aktuellen Marktpreisen.

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Russland hat am 23. Oktober mit dem Verkauf von Weizen aus dem staatlichen Interventionsfonds begonnen. Grund für diese Maßnahme sind die hohen und weiter steigenden Weizenpreise am russischen Binnenmarkt. Der Verkauf erfolgt vor allem in den marktfernen Regionen am Ural und in Sibirien. Dort befinden sich auch die größten Lagerbestände. Die Verkaufspreise aus der Intervention lagen 15 bis 20 Prozent (%) unter den derzeitigen Marktpreisen.

Verkauf an Mühlen und Futterhersteller

Der für den Interventionsverkauf zuständige Minister Arkadiy Dvorkovich teilte mit, dass pro Woche bis zu 110.000 Tonnen (t) Weizen aus dem Interventionsfonds verkauft werden können. Abnehmer sind Mühlen und Futtermittelhersteller aus der Ural-Region, aus Sibirien und dem Fernen Osten des Landes. Der Minimumpreis der ersten Verkaufsrunde wurde vom Ministerium für Brotweizen der Klasse drei mit 7600 Rubel (245 US-Dollar) und für Brotweizen der Klasse vier mit 7.200 Rubel (232 US-Dollar) angegeben.

Marktpreise bis zu 60 Prozent gestiegen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die genannten Minimumpreise lagen deutlich unter den derzeitigen Marktpreisen. Nach Angaben von Analysten sind die Weizenpreise der Klasse drei von Juli bis Mitte Oktober im Südural um mehr als 60 % auf 9013 Rubel (290 US-Dollar) gestiegen und die Preise in Westsibirien waren im gleichen Zeitraum um fast 40 % auf 9333 Rubel (301 US-Dollar) geklettert. Weizen der Klasse vier kostete am Ural 8640 Rubel (279 US-Dollar) und in Westsibirien 9050 Rubel (292 US-Dollar).

Interventionsverkauf hat begonnen

Bei der ersten Verkaufsrunde am 23. Oktober haben die russischen Behörden 42.995 t Weizen verkauft. Darunter 38.145 t Weizen der Klasse drei (Ernte 2008) zu 7857 Rubel (253 US-Dollar) und 4.850 t Weizen der Klasse vier (Ernte 2008) zu 7611 Rubel (246 US-Dollar).
 
Nach russischen Angaben lagern derzeit im staatlichen Interventionsfonds 4,8 Millionen Tonnen (Mio.t) Getreide. Davon sind etwa 3,1 Mio. t Weizen der Klasse drei und 1,1 Mio. t Weizen der Klasse vier. Dazu kommen 0,6 Mio. t sonstiges Getreide wie Weizen der Kategorie vier, Gerste und Roggen. Etwa 42 % der gesamten Interventionsware befindet sich in Sibirien und im Ural-Distrikt werden zehn Prozent gelagert. Weitere 29 % lagern im Wolgagebiet, sieben Prozent in der Zentralregion, fünf Prozent in Südrussland und vier Prozent im Nordkaukasus.

Auswirkungen umstritten

Analysten erwarten, dass der Verkauf des Interventionsgetreides den Preisanstieg in den östlichen marktfernen Gebieten durchaus etwas dämpfen könnte. Dagegen geht man davon aus, dass der Einfluss der Interventionsverkäufe auf die Weizenpreise im europäischen Teil Russland gering ist.
Obgleich die derzeitigen Verkaufspreise aus der Intervention niedriger sind als die Markpreise, liegt dass Niveau etwa 30 bis 40 % höher als während der Interventionsverkäufe im Jahr 2008/09. Damals wurde Weizen der Klasse vier im Durchschnitt für 5845 Rubel (189 US-Dollar) verkauft und für Weizen der Klasse vier lagen die Preise bei 5102 165 US-Dollar) Rubel.
 
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