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Getreide

Sachsen-Anhalt: Rapsaussaat in vollem Gange

von , am
23.08.2011

In vielen Gegenden erfordert die Ernte in diesem Jahr viel Geduld. Wie es um die Ernte in Sachsen-Anhalt steht und wie weit die Rapsausaat dort ist haben wir uns etwas genauer angesehen.

Besonders vom Weizen, der als letztes eingefahren wird, ist bisher erst die Hälfte gedroschen worden. Als Ursache für diese Verzögerung nennt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen das ungewöhnlich feuchte Wetter der vergangenen Tage und Wochen. Die kurzen regenfreien und warmen Phasen reichten bei Weitem nicht aus, um das Erntegut auf dem Feld ausreichend abtrocknen zu lassen. Trotzdem begonnene Erntearbeiten mussten immer wieder aufgrund des einsetzenden Regens abgebrochen werden.

Qualitätsprobleme und Trocknungsaufwand

Die Qualität des Erntegutes leidet stark unter dem nassen Wetter. Pilzbefall und Auswuchs, also das Keimen auf dem Halm, können die Folgen sein. Sie führen zu Abschlägen bei der Bezahlung.
 
Außerdem muss feucht geerntetes Korn auf einen Wassergehalt von 14 Prozent getrocknet werden, damit es problemlos gelagert werden kann. Auch das kostet den Landwirt viel Geld: Eine Trocknung um vier Prozent, also von 18 auf 14 Prozent Feuchtigkeit, kostet etwa 17 Euro pro Tonne, das sind knapp ein Zehntel des derzeitigen Getreidepreises. Der liegt mit 180 Euro je Tonne in etwa auf Vorjahresniveau.
 
Gutes Stroh ist Mangelware
 
Auch das Thema Stroh macht zurzeit wenig Freude. Gute trockene Ware ist wegen des Wetters kaum einzufahren. Das Angebot ist - auch wegen der trockenheitsbedingt dünnen Bestände - knapp und für Käufer entsprechend teuer. Die Preise sind fast doppelt so hoch wie im letzten Jahr.
 
Niedersachsen: Landwirte fahren Grassilage ein
 
Während der Regen der vergangenen Wochen beim Getreide eher kontraproduktiv ist, hat beim Grünland dafür gesorgt, dass sich die Pflanzen noch einmal richtig ins Zeug gelegt haben und nun einen üppigen Aufwuchs lieferen. Viele Landwirte sind deshalb nach Umfragen des Landvolks Niedersachsen derzeit dabei, den dritten oder sogar schon den vierten Schnitt von den Wiesen einzubringen und zu silieren.
 
Erst die reichlichen Regenfälle im Juli und August haben das Gräserwachstum wieder in Gang gebracht. Zudem war die Nährstoffversorgung der Pflanzen gesichert, denn während der Trockenheit war kaum etwas von den Bodenvorräten verbraucht worden. Nun stimmt die Menge - aber nicht die Witterung. Besonders für die Heuwerbung reichen die Trocknungsbedingungen oftmals nicht aus, sodass unter anderem etliche Pferdehalter ihren Aufwuchs ebenfalls anwelken und als sogenannte Heulage in Folie wickeln. Zudem werden die Landwirte bei der Qualität Abstriche machen müssen. Naturgemäß liefert nur der erste Schnitt die besten Inhaltsstoffe. In der Ration für das Milchvieh kann dies in gewissem Maß mit Mais ausgeglichen werden, der in diesem Jahr mit den Witterungsverhältnissen besonders gut zu Recht gekommen ist.
 
Herbstbestellung verzögert sich
 
Durch die verzögerte Getreideernte verschiebt sich auch die nachfolgende Herbstbestellung immer weiter nach hinten. Ob das zu veränderten Anbauumfängen führt, weil zum Beispiel der Raps nicht zeitgerecht eingesät werden kann, ist zurzeit noch nicht absehbar. 

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