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Fungizide in Getreide

Schadschwellen für Pilzkrankheiten: Diese Richtwerte sind einzuhalten

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am Freitag, 22.04.2022 - 10:55 (Jetzt kommentieren)

Für den erfolgreichen Einsatz von Getreidefungiziden zählen nicht der Kalender und das Datum, sondern die Witterung und das Entwicklungsstadium vom Getreide. Wir nennen wichtige Termine, Erreger und Bekämpfungsrichtwerte.

Die richtigen Ausbringtermine für Getreidefungizide hängen von den Entwicklungsstadien ab, die für die Ertragsbildung wichtig sind.

  • Schossbeginn (BBCH 30 bis 32): Hier zählt, ob die Halmbasis und der untere Blattapparat ausreichend gesund sind.
  • Erscheinen des Fahnenblatts (BBCH 37 bis 39): Hier ist wichtig, den oberen Blattapparat unter Umständen zu schützen.
  • Ährenschieben und Blüte (BBCH 55 bis 69): Hier ist eventuell noch eine Ährenbehandlung nötig.

Das sind offizielle Schadensschwellen für pilzliche Schaderreger im Frühjahr

Laut Offizialberatung sind diese Bekämpfungsrichtwerte für Getreidekrankheiten einzuhalten:

  • Mehltau: 60% Befallshäufigkeit, das heißt von 20 ausgezählten Pflanzen sind 12 befallen. Wichtig ist, vor allem auch die unteren Blätter kontrollieren,
  • Rhynchosporium: 50% Befallshäufigkeit, das heißt, jede 2. Pflanze ist befallen,
  • Septoria tritici-Blattdürre: 40% Befallshäufigkeit, das heißt von 20 ausgezählten Pflanzen sind 8 befallen,
  • Netzflecken: 20% Befallshäufigkeit, das heißt von 20 ausgezählten Pflanzen sind 4 befallen,
  • Ramularia-Sprenkelkrankheit: 20% Befallshäufigkeit, das heißt von 20 ausgezählten Pflanzen sind 4 befallen,
  • Rostkrankheiten: 20% Befallshäufigkeit, das heißt von 20 ausgezählten Pflanzen sind 4 befallen,
  • HTR/DTR-Blattdürre: 10% Befallshäufigkeit, das heißt. von 20 Blättern sind 2 befallen,
  • Fusarium: Bereits 1 bis 2 Maisstoppeln pro m² und ein Gewitterschauer zur Zeit der Weizenblüte reichen für eine Fusariuminfektion! Oben aufliegende Maisstoppeln erhöhen das Fusarium-Toxin-Risiko für die nachfolgenden Getreidearten enorm.

Das sind wichtige Kontrolltermine und Entwicklungsstadien des Getreides

Diese Kontrolltermine und Spritzzeitpunkte gelten für wichtige Getreidekrankheiten:

  • Echter Mehltau an Weizen in BBCH 32 bis 61, an Gerste, Triticale und Roggen in BBCH 32 bis 51,
  • Septoria-Blattdürre an Weizen in BBCH 32 bis 37, an Gerste, Triticale und Roggen in BBCH 39 bis 61,
  • Gelbrost an Weizen und Triticale: Auftreten erster Befallsnester in BBCH 31 bis 61,
  • Braunrost an Weizen, Roggen und Triticale: 30 % Befallshäufigkeit ab BBCH 37 bis 69 sowie für Zwergrost an Gerste in BBCH 37 bis 59,
  • DTR-Blattdürre an Weizen: 5 bis 10 % Befallshäufigkeit in BBCH 32 bis 61,
  • Netzflecken an Gerste in BBCH 37 bis 51,
  • Ramularia-Sprenkelkrankheit an Gerste in BBCH 37 bis 49,
  • Rhynchosporium-Blattflecken an Gerste, Roggen und Triticale in BBCH 37 bis 51.

Das sind die Schadensschwellen für tierische Schaderreger im Frühjahr

Amtliche Bekämpfungsrichtwerte gelten in Getreide auch für Blattläuse und Getreidehähnchen.

  • Blattläuse als Saugschädlinge im Frühjahr Ende der Blüte: 65% besiedelten Ähren oder Fahnenblätter, von 50 Halmen sind 33 Halme oder Ähren besiedelt. So ermitteln Sie den Befall: Mehrmals am Feldrand, beginnend in Richtung Feldmitte, sind mindestens 5x10 Halme auf Besatz zu kontrollieren. Bei starkem Befall sind die Boniturabstände auf 3 Tage zu verkürzen, es ist also öfters zu zählen.
  • Getreidehähnchen Ende des Schossens bis Milchreife: 20% geschädigte Blattfläche auf den obersten 3 Blättern oder 0,5 bis 1,5 Eier und Larven je Halm. So ermitteln Sie den Befall: An mindestens 5 Stellen sind jeweils 5 Halme zu kontrollieren. Dabei ist unbedingt das ganze Blatt zu betrachten.
Mit Material von Pflanzenschutzdienste der Länder, LTZ, ISIP
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