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Getreide

Schädlingsdruck im Getreide nimmt wieder zu

von , am
30.05.2012

Nachdem im gesamten Bundesgebiet der 1. Schnitt im Grünland erfolgt sein dürfte, hat es den Anschein, daß die Blattläuse nach neuen Futterquellen suchen. Aus diesem Grund kann man zur Zeit in allen Kulturen verstärkt Blattläuse finden. Auch der Einflug der Getreidehalmfliege ist zu beobachten.

Bei den derzeitigen Temperaturen schlüpfen die Larven innerhalb von acht Tagen und wandern über das Blatt zur Blattscheide. © Mühlhausen/landpixel
Als guter Indikator für Blattläuse dienen die Rosen. Es gibt wohl kaum einen Rosenstock, der nicht unter Blattläusen leidet. Des weiteren kann man in einigen Regionen (Niedersachsen, Südpolen) auch Eier der Sattelmücke auf den Blättern finden (rötliche Eier streifenförmig angeordnet). Abhängig von der Temperatur schlüpfen die Larven der Sattelmücke 7 bis 10 Tage nach der Eiablage und dringen in die Blattscheide ein.

Schäden durch Getreidehalmfliege

Immer wieder ist auch der Befall der Getreidehalmfliege zu beobachten. In den betroffenen Beständen kann man auf den unteren Blättern (meist auf der Blattunterseite) kleine ca. 1 bis 1,5 mm lange weiße Eier finden. Betrachtet man die weiß-glänzenden Eier unter einer Lupe (12fache Vergrößerung), ist eine netzartige Oberflächenstruktur sehen. Bei den derzeitigen Temperaturen schlüpfen die Larven innerhalb von acht Tagen und wandern über das Blatt zur Blattscheide. Sie dringen in die Blattscheide ein und wandern bis zur Ähre, dort fressen sie sich dann halmabwärts bis zum obersten Knoten. Nach ca. einem Monat Fraßzeit verpuppen sich die Larven in der Blattscheide. Der Fraßgang im Pedunkel führt zu Ertragsausfällen, die sich in Kümmerkorn bzw. Taubährigkeit niederschlagen.

Kontrolle auf Weizengallmücken

Auf Weizengallmücken sollten sie insbesondere Standorte, die bereits in den vergangenen Jahren Problem hatten, kontrollieren. Hierbei ist zwischen der gelben (Zuflug: frühes Ährenschieben) und der orangeroten (Zuflug: kurz vor der Blüte) Weizengallmücke zu unterscheiden.
 
Die Bekämpfung der Sattelmücke bzw. Getreidehalmfliege kann, wenn die Larven zur Blattscheide wandern, mit einem Pyrethroid erfolgen. Blattläuse können ebenfalls mit den dafür zugelassen Pyrethroiden bekämpft werden. Bei massivem Blattlausbefall ist der Zusatz von Pirimor zu empfehlen, da durch die Dampfphase auch versteckt sitzende Blattläuse bekämpft werden. Eine Bekämpfung der Weizengallmücke ist sehr schwierig, da die Behandlung unmittelbar bzw. zur Eiablage der Mücken erfolgen muß. Blattläuse können auch mit Biscaya oder Dimethoat bekämpft werden.

Video-Empfehlung: Blattaufbauspritzung bei Rüben

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