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Getreide

Schädlingsdruck im Herbst nicht unterschätzen

von , am
14.09.2011

In Getreidefrühsaaten sollten Sie in diesem Jahr besonders auf Schädlinge achten. Sie konnten durch die trocken-warme Witterung im zeitigen Frühjahr eine Generation mehr bilden.

© Mühlhausen/landpixel
Neben Blattläusen und Zikaden sollten Sie auch auf Frit- und Brachfliegenbefall sowie Erdraupen achten. Letztere stellen vor allen Dingen dort ein Problem dar, wo die Getreide- oder Rapsbestände aufgrund der Trockenheit sehr dünn standen. Die Schmetterlinge konnten an diesen Stellen ihre Eier im Boden ablegen.
 
Die Gefahr eines Brachfliegenbefalls nimmt mit dem späteren Aussaattermin zu. Vor allem dort, wo im Frühjahr Sommerkulturen erst spät den Boden bedeckten, ist mit einem erhöhten Befallsrisiko zu rechnen.

Bestände im Blick behalten

Nur Frit- und Brachfliegen können über die Beizung (Contur) bekämpft werden. Bei den anderen Schädlingen müssen die Bestände intensiv beobachtet werden wenn sie auflaufen und bei Befall mit Pyrethroiden behandelt werden.
 
Jedoch ist nur selten eine einmalige Behandlung von Zikaden und Erdraupen ausreichend. Zikaden müssen innerhalb von wenigen Tagen zweimal behandelt werden.
 
Erdraupen: Auf Behandlungstermin achten
 
Bei den Erdraupen spielt der Behandlungstermin eine große Rolle. Die besten Bekämpfungserfolge werden bei Nachtspritzungen erzielt, da dann die Raupen aus dem Boden herauskommen und direkt getroffen werden. In den früh gesäten Rapsbeständen kann man bereits erste Kohlmottenlarven finden.
 
Rübsenblattwespe: Bei massivem Befall schnell handeln
 
In nächster Zeit ist zudem ein Befall durch die Rübsenblattwespe zu erwarten. Der direkte Schaden ist oft gering. Eine Bekämpfung ist nur dann notwendig, wenn die Larven großflächig die Blätter vernichten. Vereinzelter Lochfraß auf ein bis zwei Pflanzen pro Quadratmeter kann toleriert werden. Bei massivem Befall (jede zweite Pflanze mit Larven befallen) ist unverzüglich eine Bekämpfung mit Pyrethroiden zu empfehlen, da die Schädlinge innerhalb weniger Tage den Raps bis auf die Blattrippen abfressen können.

Vegetationsreport 2011: Jugendentwicklung im Raps fördern

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