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Schulze erwägt Pflanzenschutzverbot in Natur- und Wasserschutzgebieten

Artenvielfalt
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Anne Ehnts, agrarheute
am
03.05.2018

Die Bundesumweltministerin rückt den chemischen Pflanzenschutz in den Mittelpunkt ihres „Aktionsprogramms Insektenschutz“. Svenja Schulze erwägt zudem, die Düngevorgaben weiter zu verschärfen.

Das Aktionsprogramm

Das Aktionsprogramm will „die negativen Auswirkungen auf Insekten durch Pflanzenschutzmittel deutlich verringern“, heißt es in den gestern von der Ministerin vorgelegten Eckpunkten. Danach soll der Einsatz von Präparaten „generell umwelt- und naturverträglich“ werden. Das will die Ressortchefin nicht zuletzt übei die Zulassung und die Anwendungsbestimmungen regeln. Dabei möchte sie die biologische Vielfalt stärker berücksichtigen.

Das Aktionsprogramm soll helfen, den Pflanzenschutz in ökologisch wichtigen Bereichen, wie Naturschutz- oder Wasserschutzgebieten „deutlich zu verringern und wo möglich zu verbieten“. Die öffentliche Hand soll für ihre Liegenschaften auf Chemie verzichten.

Die Ziele

Entgegenwirken soll das Aktionsprogramm dem weiteren Verlust der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft. Genannt werden die Steigerung des Grünlandanteils und dessen extensivere Nutzung, die Gewährleistung vielfältiger Fruchtfolgen sowie die Erhaltung und Wiederherstellung von Hecken, Feldrainen und anderen Kleinstrukturen.

Die Bewirtschaftung

Umweltministerin Schulze will für Land- und Forstwirte, aber auch für Kommunen neue Anreize für eine „an die Bedürfnisse von Insekten angepasste Bewirtschaftung“ schaffen. Sowohl EU-Gelder als auch nationale Mittel sollen demnach mehr als bisher den Insektenschutz fördern. Zudem regt die Ministerin Modellprojekte und Wettbewerbe an. Die Forschung über Insekten und ihre Verbreitung soll den Eckpunkten zufolge ausgeweitet werden. Unter anderem ist ein bundesweit einheitliches Insektenmonitoring geplant

Droht bereits eine weitere Verschärfung der Düngevorgaben?

Angehen will man auch „zu hohe Nährstoffeinträge vor allem durch Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft“. Dabei soll es unter anderem um eine Weiterentwicklung der Vorgaben für die Düngung gehen. Der Fokus soll dabei auf Grünland, Acker- und Gewässerrandstreifen, Gewässer im Allgemeinen sowie stickstoffsensible Natura 2000-Lebensräume gelegt werden.

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zum Erhalt gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten.Mit derzeit über 27.000 Schutzgebieten auf fast 20 Prozent der Fläche der EU ist Natura 2000 das größte grenzüberschreitende, koordinierte Schutzgebietsnetz weltweit.

Mit Material von AgE, dpa

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