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Getreide

Schwarzmeerländer: Gute Chancen für die diesjährige Ernte

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von , am
26.07.2011

Astana/Kiew/Moskau - Gute Ernteaussichten für die Schwarzmeerländer: Russland und die Ukraine haben ihre Prognosen nach oben korrigiert. Auch Kasachstan rechnet mit mehr Getreide als in 2010.

Englische Landwirte holten sich dank einer perfekten Saison den Weltrekord für die Weizenernte. © Mühlhausen/landpixel
Bei günstiger Witterung könnte in diesem Jahr in Kasachstan eine Getreideernte von 14 Millionen Tonnen eingebracht werden; das wären rund 15 Prozent mehr als 2010. Diese Prognose hat der staatliche Informations- und Beratungsdienst KazAgroMarketing bei einer internationalen Getreidemarktkonferenz in Kiew vorgelegt. Sollte die optimistische Vorhersage tatsächlich zutreffen, würde die Getreidemenge allerdings noch immer um rund ein Drittel unter dem 2009 erzielten Rekordergebnis liegen.
 
Zur diesjährigen Ernte hatten die kasachischen Landwirte auf rund 16,5 Millionen Hektar (ha) Getreide ausgesät; davon entfiel mit 13,6 Millionen ha der Löwenanteil auf Weizen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurde die Weizenfläche allerdings um drei Prozent verkleinert, und zwar zugunsten der Futterkulturen, was laut KazAgroMarketing auf die Umsetzung eines nationalen Programms zum Ausbau der Rindviehhaltung zurückzuführen ist.
 
Der Beratungsdienst erwartet aufgrund der vorliegenden Prognose für das Wirtschaftsjahr 2011/12 ein Exportpotential an Getreide in Höhe von sieben Millionen Tonnen. Landwirtschaftsminister Asylschan Mamytbekow versicherte, dass die Vorbereitungen zur diesjährigen Erntekampagne planmäßig verliefen.

Russland rechnet mit 90 Millionen Tonnen Getreide

In Russland rechnet Landwirtschaftsministerin Jelena Skrynnik mit einer Getreidemenge von bis zu 90 Millionen Tonnen - bislang waren maximal 85 Millionen Tonnen veranschlagt worden. Entsprechend korrigierte Skrynnik auch ihre Schätzung für die möglichen Getreideexporte im Wirtschaftsjahr 2011/12, die von bisher 15 Millionen Tonnen auf jetzt 18 Millionen Tonnen hinausläuft. Zuvor hatten bereits unabhängige Experten ihre Vorschätzungen für die angelaufene Getreideernte nach oben berichtigt.
 
Nach Angaben des Föderalen Statistischen Dienstes Russlands (Rosstat) wurde Getreide einschließlich Körnerleguminosen zur Ernte 2011 auf landesweit rund 44,1 Millionen Hektar ausgesät; das sind 0,5 Millionen ha beziehungsweise 1,2 Prozen (%) mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings wurde die Weizenfläche um eine Millione ha oder um 3,8 % verkleinert.
 
Ausgeweitet wurde hingegen der Anbau von Sonnenblumen, und zwar um 5,7 % auf 7,6 Mio ha. Zudem wurden deutlich mehr Zuckerrüben ausgesät; hier gab es einen Anstieg um 11,2 % auf 1,3 Millionen ha.

Ukraine kann 23 Millionen Tonnen Getreide ausführen

In der Ukraine erwartet das Landwirtschaftsministerium nunmehr eine Getreideernte von mindestens 47 Millionen Tonnen; das Ausfuhrpotential wird auf 23 Millionen Tonnen veranschlagt. Bislang hatte Ressortchef Nikolai Prisjashnjuk mit einer Gesamtmenge von 45 Millionen Tonnen Getreide gerechnet, wovon etwa 20 Mio t an den internationalen Märkten angeboten werden sollten. Bei der letztjährigen Ernte waren lediglich 39,3 Mio t Getreide eingebracht worden, woraufhin sich Kiew für eine Kontingentierung der Exporte entschieden hatte.
 
Unterdessen hat das ukrainische Wirtschaftsministerium auch schon eine erste Prognose für die Getreideernte 2012 veröffentlicht, die bei 51 Mio t liegt. Ministerpräsident Nikolai Asarow rief die zuständigen Behörden und die private Wirtschaft auf, jetzt möglichst große Vorräte an Getreide anzulegen, damit es nicht zu Engpässen bei Nahrungs- oder Futtergetreide komme.
 
Die Wirtschaftszeitung "Delo" wies darauf hin, dass sich bei der heimischen Gerstenproduktion ein Rückgang abzeichnet. Während im vergangenen Jahr knapp 8,5 Mio t Gerste geerntet wurden, dürften es nun maximal 8 Mio t sein. Im Rekordjahr 2008 hatten die ukrainischen Landwirte noch mehr als 12 Mio t Gerste eingefahren. Fachleute machen für den stetigen Produktionsrückgang nicht nur die ungünstigen Witterungsverhältnisse verantwortlich, sondern auch die bislang relativ niedrigen Marktpreise für Gerste.  

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