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Saatgut

Secobra mit eigenem Vertrieb von Getreide am Start

Getreidezüchtung
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Karl Bockholt, agrarheute
am
27.02.2018

Der Getreidezüchter Secobra hat den Vertrieb der eigenen Sorten übernommen. Bislang wurden sie hierzulande vorwiegend vom ehemaligen BayWa Züchtervertrieb vermarktet. Die Tochter des französischen Züchterhauses setzt voll auf Weizen- und Gerstensorten zur Herbst- und Frühjahrssaat.

Züchter Secobra

Zum Januar hatte die BayWa AG das Geschäft der Abteilung Sorten/Innovation/Distribution an die Secobra Saatzucht GmbH in Moosburg an der Isar abgegeben. Der Züchter ist eine 100-prozentige Tochter der französischen Secobra Recherches SAS. An der ist die BayWa mit gut zehn Prozent beteiligt. Rund 33 Prozent gehören Mälzereien, je 25 Prozent Brauern und Händlern, etwa sechs Prozent sonstigen Eignern. So ist der Züchter eng verzahnt mit der aufnehmenden Hand.

In den beiden Züchtungszentren im ostwestfälischen Lemgo und im bayerischen Moosburg finden sich rund 50 Prozent der europäischen Züchtung. Die deutsche Tochter übernimmt den weltweiten Vertrieb. Im französischen Getreidemarkt ist der Konzern die Nr. 2, bei Braugerste im russischen die Nr. 1.

Gesunde Sorten zählen

Der klare Fokus der Züchtung liegt auf Gesundheit, Qualität und Ertrag. Zehn Züchter arbeiten in Deutschland, Großbritannien und Frankreich mit diverser Genetik an Gersten- und Weizensorten. Die Schwerpunkte liegen auf Krankheitsresistenz, Ertragskomponenten, Frühsaatverträglichkeit, Halmstabilität und Mälzprozess. 

Bei der Vermehrung haben sich die Flächen von 2014 bis 2018 mehr als verdreifacht, nämlich von gut 1.750 ha auf vorläufig aktuell rund 6.000 ha. Auch auf den diesjährigen DLG-Feldtagen im Juni in Bernburg lassen sich die Sorten in Augenschein nehmen. Zu sehen sind Brau- und Futtergerste sowie Weizensorten vom Elite- über den Brau- bis hin zum Öko-Weizen.

Zur Historie von Secobra: Die Übernahme des Getreide-Zuchtprogramms von Dippe 1992 war ein wichtiger Schritt über die Grenzen Frankreichs hinaus. 2007 wurden die Weizen-Zuchtprogramme von Schweiger übernommen. Die Society for Encouragement of Cultivation of Orge/ Barley de Brasserie (Secobra) geht auf eine Initiative französischer Mälzer und Brauer von 1902 zurück.

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