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Pflanzenschutz

Septoria-Blattdürre: Was wegen Feuchtigkeit jetzt droht

Septoria-Blattdürre an Winterweizen
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
15.05.2018

Regen trägt Septoria aus den alten Blättern nach oben, Wärme sorgt für eine starke Vermehrung des Pilzes. Unser aktueller Überblick und was jetzt zu tun ist.

In den vergangenen Tagen hat die Kombination aus Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit das Risiko für Blattdürre ansteigen lassen: Ideale Infektionsbedingungen für den Pilz Septoria tritici am Winterweizen. Das berichtet das Dienstleistungszentrum Rheinland-Pfalz (DLR) aus Neustadt.

Der Vorbefall auf den älteren Blättern war aufgrund der vorangegangenen Trockenheit relativ überschaubar. Inwieweit sich dieser Septoria-Befall auf den Blattetagen F und F-1 doch auf den Ertrag auswirken kann, ist derzeit noch nicht absehbar.

Nicht mehr warten!

Der Feuerwehrtipp vom DLR: Septoria-empfindliche Sorten jetzt behandeln, und zwar nicht nur gegen Gelbrost, sondern auch gegen Septoria tritici. Als empfindlich gelten Sorten, die das Bundessortenamt (BSA) mit Stufe 6 oder höher einstuft, beispielsweise Akteur, JB Asano, Cubus, Genius und Kerubino. Die Behandlungsempfehlung gilt auch für frühere Saaten bis 25. Oktober.

Warten Sie nicht bis zum Ende der Woche, sonst wären diese Infektionen auf den oberen Blättern „durch“. Verhindern lässt sich das durch Fungizide, die Epoxiconazol oder Prothioconazol enthalten.

Keine zu niedrige Aufwandmenge

Reagieren Sie, sobald Ihre Flächen befahrbar sind, auch wenn die Bestände nicht abgetrocknet sind. Volle Aufwandmengen (inklusive Strobilurin/Carboxamid) empfehlen die Berater dann, wenn keine Fusarium-Blütenspritzung in 7 bis 14 Tagen eingeplant ist.

Um 1/3 reduzierte Aufwandmengen solcher Produkte bergen die Gefahr, keine maximal mögliche kurative, also heilende Leistung zu erreichen.

Wie die Mittel wirken

Mit dem Einsatz eines reinen Epoxiconazols wie etwa Epoxion oder Rubric in voller Aufwandmenge erreichen Sie für rund 30 Euro/Monat dreierlei:

  • Maximale Septoria-Kurativleistung,
  • gute Gelbrost-Kurativleistung,
  • ausreichende Dauerwirkung gegen Gelb- und Braunrost bis zur Blüte.

Blütenbehandlung reicht bei wenig anfälligen Sorten

In Septoria tritici gering anfälligen Sorten (BSA 3 und 4: Apostel, Boss, Desamo, Elixer, Julius, Kamerad, Nordkap) ohne Gelbrostnester kann man mit einer Blütenbehandlung über die Runden zu kommen.

Sorten mit mittlerer Note 5 sind : Ambello, Arezzo, Atomic, KWS Loft, Kashmir, KWS Montana, Matrix, Patras, Rubisco. Die Sorte RGT Reform sehen die DLR-Berater eher mit der etwas schlechteren Note 5 statt der derzeitigen Einstufung 4.

In den BSA-5-Sorten entscheiden Aussaattermin und Vorfrucht (Stoppelweizen) darüber, ob eine sofortige Behandlung notwendig ist.

Mit Material von DLR Neustadt
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