Login

"Sexy Pflanzen"

Forscher mit Tabakpflanze
Thumbnail
Anne Ehnts, agrarheute
am
15.06.2018

Britische Forscher arbeiten an einer pflanzlichen Alternative zu Schädlingsbekämpfungsmitteln und nutzen dabei Sexuallockstoffe. Ihr Projekt nennen sie "Sexy Pflanzen".

Verwirrung der Männchen

Sie haben Tabakpflanzen genetisch so verändert, dass sie Pheromone einer bestimmten Mottenart abgeben. Die Idee: Die Köderpflanzen stehen zwischen den Mais-, Baumwoll-, oder Tomatenpflanzen im Feld und locken die männlichen Motten an. Diese fliegen dann zu den Köderpflanzen statt echten Mottenweibchen hinterherzufliegen und sich zu vermehren. Dank dieser Verwirrungsmethode würde es letztlich weniger Raupen geben, die den eigentlichen Schädling darstellen.

Noch Zukunftsmusik

Bis solche gentechnisch veränderten Pflanzen zugelassen werden, wird es nach Angaben der britischen Forscher noch 10 bis 15 Jahre dauern. Im Rahmen eines Biosafety-Moduls arbeiten die Forscher ebenso an einer Methode, die Identität jeder einzelnen gentechnisch veränderten Pflanze anhand ihrer Farbe eindeutig identifizieren zu können. So sei in Kombination mit männlicher Sterilität eine Verbreitung der gentechnisch veränderten Tabakpflanzen kontrollierbar.

„Mückenspray“ gegen Blattläuse in Weizen

Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat nach eigenen Angaben eine Alternative zum Einsatz synthetischer Insektizide in der Landwirtschaft entwickelt. Ein biologisch abbaubarer Wirkstoff soll Schädlinge fernhalten, ohne Nützlingen zu schaden. Vorbild war auch hier die Tabakpflanze.

Lassen sich Blattläuse vergrämen?

Professor Thomas Brück, Inhaber des Werner Siemens-Lehrstuhls für Synthetische Biotechnologie der TU München, und sein Team meinen eine Alternative zum chemischen Pflanzenschutz gefunden zu haben. Das von ihnen entwickelte Insekten-Abwehrmittel sei biologisch abbaubar und ökologisch unbedenklich. Auf Pflanzen gesprüht wirke es ähnlich wie Mückenspray, das Badegäste im Sommer auftragen: Es soll einen Geruch verbreiten, der unerwünschte Insekten fernhält. So sollen gezielt nur die Schädlinge und nicht auch die Nützlinge vergrämt werden.

Selbstschutz der Tabakpflanze nutzen

Die Tabakpflanze erzeugt in ihren Blättern Cembratrienol, kurz CBT-ol. Mit diesem Molekül schützt sie sich vor Schädlingen. Mit Werkzeugen der Synthetischen Biotechnologie isolierte das Team diejenigen Abschnitte aus dem Genom der Tabakpflanze, die für die Bildung dieser Moleküle verantwortlich sind. Anschließend bauten sie diese in das Erbgut von Coli-Bakterien ein. Gefüttert mit Weizenkleie produzierten die genetisch veränderten Bakterien nun den gewünschten Wirkstoff, aus dem ein Spray hergestellt wurde.

Kooperation mit der Landwirtschaft gewünscht

Erste Untersuchungen an Weizen (unter Laborbedingungen) belegen laut TUM, dass das CBT-Spray die Pflanzen vor Blattläusen schützt indem es Insekten vergrämt, für sie aber ungiftig ist. Es sei biologisch abbaubar und reichere sich nicht an. Professor Brück möchte das Forschungsprojekt in Kooperation mit der Landwirtschaft weiterverfolgen.

Mit Material von iGEM, TUM

Tipps für den Urlaub vom Bauernhof

Langfristig planen
Belastung senken
Aufgaben verteilen
Erwartungen klären
Eigene Wege
Neues probieren
Keine Arbeit mitnehmen
Handy weg
Gemeinsam erinnern
Freizeit im Alltag
Auch interessant