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Joint Venture

Smart Sprayer im Video: Pflanzenschutzspritze erkennt Einzelpflanzen

Smart Sprayer von Amazone Bosch und BASF
am Samstag, 30.10.2021 - 05:03 (1 Kommentar)

Ein Tank fürs Bodenherbizid, einen für die pflanzengenaue Behandlung: BASF und Bosch zeigen, wie Kameras die Spritze steuern.

Jede Unkrautpflanze einzeln behandeln – und das bei 36 m Arbeitsbreite? Dass das funktioniert, zeigen Bosch und BASF in ihrem Joint Venture „Smart Farming“.

Gemeinsam mit Amazone haben sie den Smart Sprayer entwickelt, der Boden- und Blattherbizid nicht im Tankmix, sondern einzeln ausbringt, die Pflanzen dabei einzeln erkennt und sie auch einzeln behandelt.

Flächenbehandlung aus dem Hecktank, Blattherbizid im Fronttank

Dazu sind in einem Spritzgestänge zwei Systeme kombiniert: Einerseits die normale Flächenspritze mit einem Bodenwirkstoff im 5.200-l-Tank im Heck. Andererseits 1.500 l eines blattaktiven Herbizids im Fronttank, das über ein zweites, autarkes Düsensystem im Abstand von 25 cm ausgebracht wird.

Die großtropfigen Düsen lassen sich einzeln ansteuern und können so einzelne Unkrautpflanzen behandeln. Möglich machen das Kameras im Abstand von 1 m und LEDs im Infrarot- und Nahinfrarotbereich.

Mit 12 km/h einzelne Pflanzen erkennen und behandeln

Düsengestänge des Amazone Bosch BASF Smart Sprayer

Diese Technik erlaubt 15 Aufnahmen pro Sekunde – und das auch nachts. Bei Geschwindigkeiten bis 12 km/h lassen sich so Einzelpflanzen in Spots von 25 x 60 cm behandeln, realistisch sind derzeit eher 8 km/h. Gekoppelt ist die Spritze mit den Ernte- und Flächendaten des BASF-Digital-Farming-Systems Xarvio.

Derzeit ist die Spritze noch ein erster Prototyp und würde rund zwei- bis dreimal so viel wie eine übliche Feldspritze kosten. Verbaut ist ein gekürztes 42-m-Gestänge, das das hohe Gewicht der Zusatztechnik tragen kann.

Das 36 m breite Gestänge ist mit dem Swing-Stop-System von Amazone ausgerüstet. Die Technik verhindert ein Pendeln des Gestänges und führt es immer parallel zum Boden. Nur so lässt sich die genaue Behandlung der Einzelpflanze gewährleisten.

 

Bis zu 70 Prozent Herbizideinsparung sollen möglich sein

Die Partner Bosch und BASF sehen den Vorteil trotz der hohen Anschaffungskosten im effizienteren, weil gezielteren Mitteleinsatz.

Vor allem bei kontinentalem Klima soll sich die Spotbehandlung bezahlt machen. Je trockener das Jahr, umso größer der Nutzen einer Einzelpflanzenbehandlung in Reihenkulturen wie Mais, Rüben oder Soja. Auch in Sonnenblumen, Baumwolle, Raps und Leguminosen soll das System zum Einsatz kommen können. Von bis zu 70 Prozent Herbizideinsparung sprechen Bosch und BASF.

Lesen Sie in diesem Kommentar, wie Pflanzenbauredakteur Klaus Strotmann den Smart Sprayer bewertet.

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