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Nährstoffversorgung

So legen Sie Düngefenster richtig an

Düngefenster im Getreide
am Samstag, 13.03.2021 - 06:04 (3 Kommentare)

Wie viel Stickstoff liefert der Boden wirklich nach? Und wann zeigt der Bestand Bedarf? Fenster geben einen hilfreichen Einblick.

Erfahrungen sammelt man auf dem eigenen Acker. Dünge- und Spritzfenster helfen, das eigene Tun und Handeln dabei immer wieder zu prüfen und zu hinterfragen.

Damit man es in der Hektik des Alltags auf dem Feld nicht vergisst, ist es sinnvoll, vorab Markierungen zu setzen. So wird bei der entsprechenden Maßnahme die Anlage von Dünge- und Spritzfenstern nicht vergessen.

So legen Sie Düngefenster an

Mit Düngefenstern lässt sich die Nachlieferung aus dem Boden besser abschätzen. Blattaufhellungen auf einer kleinen, repräsentativen Fläche mit reduzierter N-Düngung können auf drohenden N-Mangel des Gesamtschlags hindeuten.

Legen Sie die Fenster also auf repräsentativen Kleinflächen an; bei großen, inhomogenen Schlägen auch an zwei Stellen. Extremstellen wie das Vorgewende eignen sich nicht.

In der Fahrspur reduzieren Sie auf einer Länge von 20 bis 25 m (durch zwei Stangen gekennzeichnet) die erste Frühjahrsdüngung um die Hälfte. Durch Schließen des Düngerstreuers und die Überlappung fällt im Düngefenster nur die Hälfte der ausgebrachten Menge.

Das zusätzliche Anlegen eines Fensters ganz ohne Düngung bringt weitere Erkenntnisse über das gesamte Nachlieferungspotential des Standorts.

Düngefenster aufmerksam beobachten

Bei Exaktstreuern befindet sich das Düngefenster genau zwischen den Stäben. Bei Schleuderstreuern und Gülle-/Stallmistkopfdüngung hat der Fahrer darauf zu achten, dass der Bereich mit der reduzierten Düngung ebenfalls möglichst genau im Düngefenster liegt.

Farbaufhellungen im Fenster zeigen einen Stickstoffmangel früher als der Gesamtschlag. Dem Bestand des Gesamtschlags steht dann noch die Düngedifferenz zur Verfügung, beispielsweise 30 kg N/ha.

So lässt sich die Anschlussdüngung planen

Die Anschlussdüngung für den Gesamtschlag ist mit dieser Information rechtzeitig möglich, natürlich unter Berücksichtigung des Wetters.

Bei der Anschlussdüngung erhält eine Hälfte des Düngefensters die volle N-Gabe. So lässt sich wiederum die drohende N-Mangelsituation für den Gesamtschlag ablesen. An der anderen Hälfte des Düngefensters, die zum zweiten Termin nicht gedüngt wird, lässt sich an der Wiederbegrünung die Mineralisation verfolgen.

3 Tipps zur Auswertung von Düngefenstern

  • Eine Auswertung der Düngefenster ist bis zum 2-Knoten-Stadium möglich (BBCH-Stadium 32). Bis dahin ist auch die Phase der größten Unsicherheit bei der N-Düngung vorüber.
  • Bleiben Farbaufhellungen im Düngefenster aus, kann das zwei Dinge bedeuten: Entweder ist die N-Nachlieferung aus den Bodenvorräten sehr hoch oder die erste Frühjahrsdüngung war erheblich zu hoch.
  • Die nötige Höhe der Spätgabe ist mit dem Düngefenster nicht abschätzbar.
Mit Material von DLR Eifel

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