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Klimaschutz

So sparen Ackerbauern 30 Prozent Emissionen

30 Prozent weniger CO2-Emissionen je geernteter Tonne Ertrag – das wollen RWZ und BASF in ihrem gemeinsamen Projekt KlimaPartner erreichen. Unter anderem funktioniert das über gezielten Humusaufbau.
am Dienstag, 20.12.2022 - 05:32 (1 Kommentar)

Von der Aussaat bis zur Lagerung, überall steckt Potenzial, um CO2 einzusparen. Wie das geht, nimmt ein Praxisprojekt unter die Lupe.

30 Prozent weniger CO2-Emissionen pro geernteter Tonne Ertrag – funktioniert das? Das Projekt „KlimaPartner Landwirtschaft“ will dieses Ziel erreichen. Darin haben sich BASF und die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main (RWZ) zusammengeschlossen.

Die Partner wollen den gesamten Produktionsablauf eines landwirtschaftlichen Betriebs von der Aussaat über die Ernte bis zur Lagerung analysieren, am Beispiel des Pilotbetriebs Essers Bauernhof im Rheinland.

Bei Bodenbearbeitung, Dünger, Pflanzenschutz und Fruchtfolge CO2 sparen

Mit der Winterweizenaussaat ist das Projekt einer klimaoptimierten Produktion gestartet, später sollen Kartoffeln dazukommen. Die beiden Firmen nehmen dabei Bodenbearbeitungstechniken, Dünger, Stickstoffinhibitoren und Pflanzenschutzmittel unter die Lupe. Später stehen auch die Fruchtfolgen und der Energieverbrauch auf dem Prüfstand, der je nach Überfahrten, Bewässerung und Lagerung variiert.

Xarvio und AgBalance helfen bei der Auswertung

BASF hat das zertifizierte Nachhaltigkeitstool AgBalance entwickelt, das die CO2-Emissionen überwacht und analysiert. AgBalance ist Teil des xarvio-Fieldmanagers, der unter anderem anhand von Wetterdaten, Satellitenauswertungen und variablen Düngekarten Anwendungsempfehlungen erstellt.

In der Kombination beider digitaler Werkzeuge lassen sich jetzt Empfehlungen ableiten, um hohe Erträge bei gleichzeitig niedrigen CO2-Emissionen zu erzielen. Der Pilotbetrieb überwacht diese Empfehlungen mit Hilfe von Parzellen mit betriebsüblicher Bewirtschaftung.

Betrieb spart schon jetzt über 170 kg CO2 pro t Weizen

Schon jetzt arbeitet der Betrieb erfolgreich an einer Reduktion des CO2-Fußabdrucks, wie Betriebsleiter Heinrich Esser erklärt. Mit 150 kg CO2 pro Tonne Weizenertrag (auf ausgewählten Schlägen) läge der Betrieb über die letzten drei Jahre deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 327 kg CO2 pro Tonne. Um eine weitere CO2-Speicherung mit Hilfe von Humusaufbau kümmern sich Berater der RWZ-Tochter KlimaHumus GmbH.

Das Projekt soll zehn Jahre laufen. Nach dem Winterweizen und Kartoffeln sollen auch Braugerste und weitere Kulturen in die Auswertung einfließen. Infos unter www.klimapartnerlandwirtschaft.de.

Mit Material von BASF, RWZ
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