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Fruchtfolgeplanung

So wirken Sommerungen positiv auf die Fruchtfolge

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am Montag, 30.08.2021 - 05:00

Resistente Ungräser nehmen zu, ebenso die Restriktionen bei der Düngung. Sommerungen können ein Schlüssel für stabile Fruchtfolgen sein, sagt Prof. Dr. Tanja Schäfer.

Raps hat stark an Fläche verloren und fehlt als Blattfrucht. Welche Auswirkungen hat das auf den Boden, den Wasserhaushalt und auf den Krankheits- und Unkrautdruck? Und wie können Sommerungen diese Defizite wettmachen? Lohnen sie sich wirtschaftlich?

Prof. Dr. Tanja Schäfer weiß darauf Antworten. Die Wissenschaftlerin forscht an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest an nachhaltigen Pflanzenbausystemen.

Können Sommerkulturen den rückläufigen Raps als Blattfrucht ersetzen?

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Mit seiner langen Vegetationszeit bietet der Raps viele Vorteile, die sich nur schwer durch eine Sommerung ersetzen lassen. Die intensive Blattentwicklung unterdrückt das Unkraut und verhindert ein zu starkes Austrocknen des Ackers.

Die Pfahlwurzel lockert den Boden, sodass die Folgefrucht in der Regel in Mulchsaat ausgesät werden kann. Zudem kann der Niederschlag meistens gut in den Boden eindringen.

Sommerungen können diese Vorteile nur in Kombination mit gut entwickelten Zwischenfrüchten erreichen. Für den Raps als Ölpflanze wird es schwierig, eine Sommerung als Ersatz zu finden. Sonnenblumen oder Sojabohnen erscheinen noch am erfolgversprechendsten, aber beide sind auf ausreichend Wasser und Wärme angewiesen.

Wie tragen Sommerungen dazu bei, Resistenzen zu vermeiden?

Resistente Gräser sind gerade deswegen entstanden, weil der Anteil an Winterungen und darunter der Anteil an Getreide zu hoch war. Die Gräser haben ihren Entwicklungszyklus mit dem des Getreides synchronisiert und hatten dadurch ideale Wachstumsbedingungen. Gleiches gilt für die Rauke im Winterraps.

Der Wechsel von Sommerungen und Winterungen stört diesen optimierten Entwicklungszyklus. Außerdem lassen sich Ungräser besser in Blattfrüchten bekämpfen und Unkräuter besser in Halmfrüchten. Hier steht jeweils eine etwas breitere Wirkstoffauswahl zur Verfügung.

Welche Vorteile bieten Sommerungen bei typischen Fruchtfolgekrankheiten?

In getreidelastigen Fruchtfolgen verhindert Hafer als Gesundungsfrucht die Ausbreitung von Schwarzbeinigkeit und Halmbruch.

Die Blattfrüchte unter den Sommerungen gehören meist zu anderen Pflanzenfamilien als die Winterungen. Allein das verhindert die Ausbreitung und Vermehrung spezifischer Krankheiten wie Septoria tritici in Winterweizen oder Ramularia in Wintergerste.

Jedoch vermehrt sich Sklerotinia sowohl im Raps als auch in zahlreichen Sommerungen wie Ackerbohne, Sojabohne oder Sonnenblume. So kann sich ein Infektionspotenzial aufbauen.

Mit welchen Deckungsbeiträgen ist zu rechnen, wenn Sommerungen Winterungen ersetzen?

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Deckungsbeiträge zu vergleichen, greift zu kurz. Mit ihrer längeren Vegetationszeit und dank intensiverer Züchtung erreichen Winterungen höhere Erträge. Zwar sind die Kosten für den Pflanzenschutz bei den Sommerungen meist geringer, aber der höhere Ertrag der Winterungen bringt unterm Strich höhere Erlöse.

Im Leguminosennetzwerk „DemoNetErBo“ zeigen sich in den einzelnen Betrieben sehr große Unterschiede im Ertrag. Es ist daher schwierig, mit Durchschnittswerten zu arbeiten. Der eingeschränkte Absatzmarkt für Leguminosen sorgt zudem für erhebliche Preisunterschiede.

Ich halte es für sinnvoller, die Wirtschaftlichkeit ganzer Fruchtfolgen zu bewerten. Das ist aber deutlich schwieriger. Für einen groben Überblick eignen sich Durchschnittswerte, wie sie beispielsweise die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung stellt (siehe nebenstehende Tabelle).

Digitale Ausgabe agrarheute

Dies war eine stark verkürzte Zusammenfassung des Originalbeitrags.
Das ausführliche Interview mit Infos zur Nährstoffeffizienz und Vorfruchtwerten finden Sie in der digitalen Ausgabe von agrarheute

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