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Boden

So wirkt die Strohbergung auf den Silomais-Ertrag

effizient düngen/Anke Fritz/agrarheute
am
16.08.2016

Der Strohverkauf ist zwar gut für die Wirtschaftlichkeit, wirkt sich aber negativ auf die Humusbilanz und somit auf die Ertragsfähigkeit aus. Folgen, die berücksichtigt werden müssen.

In diesem Jahr denken viele Marktfruchtbetriebe verstärkt über den Verkauf ihres Getreidestrohs nach, um die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus zu verbessern. Die Kosten der abgefahrenen Nährstoffe und deren Ausbringungskosten sowie die Verfahrenskosten zur Bergung des Strohs sind dabei die wichtigsten Bewertungskriterien. Nicht weniger wichtig, aber wesentlich schwerer zu bewerten, sind die negativen Folgen des Strohverkaufes für die Humusbilanz der Flächen.

Die aktuellen Strohpreise finden Sie in unserem Marktbereich
 

Lignine aus dem Stroh sind wichtig für den Boden

Gerade Getreidestroh enthält einen Anteil von circa 20 Prozent schwer zersetzbarer Kohlenstoff-Verbindungen wie beispielsweise Lignin. Lignine sind die Grundlage für den im Boden enthaltenen Dauerhumus, welcher maßgeblich für Bodenstruktur, Gasaustausch sowie Wasserhaltefähigkeit und Dränung verantwortlich ist.

Je höher der Humusgehalt im Boden, desto mehr Wasser kann pflanzenverfügbar gespeichert werden, was vor allem in besonders trockenen Jahren relevant ist.
 

Höherer Humusgehalt bringt höhere Erträge

Diese Aspekte sind leider nicht direkt monetär bewertbar. Allerdings zeigt eine Studie von Leithold (siehe Abbildung) den positiven Zusammenhang zwischen Ertragsfähigkeit eines Bodens in Abhängigkeit von der organischen Substanz (Corg). Sowohl bei der ungedüngten, als auch bei der Variante, die mit 120 Kilogramm Stickstoff pro Hektar gedüngt wurde, führte ein höherer Humusgehalt im Boden zu höheren Silomais-Erträgen.

Fazit:

Eine regelmäßige Abfuhr von Stroh von der Fläche und aus dem Betrieb führt zu einer negativen Humusbilanz und somit geringeren Ertragsfähigkeit der Böden. Gegenmaßnahmen in Form von Zwischenfruchtanbau und Düngung von organischen Stoffen wie zum Beispiel Kompost oder Mist können allerdings dafür sorgen, dass der Humusgehalt der Böden wieder verbessert wird.

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