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Getreide

Sommergerstenfläche fast konstant

von , am
02.04.2011

München - Sommergerste wächst 2011 auf einer Fläche von bundesweit etwa 337.000 Hektar heran. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beläuft sich auf etwa drei Prozent.

Das Aussäen der Sommergerste soll so früh wie möglich stattfinden. Optimaler Saatzeitpunkt: Ende Februar bis Anfang April. © Mühlhausen/landpixel
Der sehr kalte in weiten Teilen Deutschlands mit großen Schneemengen in Erinnerung gebliebene Winter 2010/2011 hatte seine Kraft früh verloren. Bereits Ende Februar und Anfang März konnte bei günstigen Bedingungen ausgesät werden. Eine gute Frostgare und wenig Niederschlagsmengen im März ließen die Böden gut abtrocknen und sorgten für eine optimale Bodenstruktur.
 
Niedrige Bodentemperaturen, sowie Nachtfröste haben bei anderen Kulturen insbesondere bei Winterraps und teilweise bei Wintergerste und Winterweizen Auswinterungsschäden verursacht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die dadurch erneut zu bestellenden Flächen nicht merklich zur Ausweitung der Sommergerstenfläche beitragen werden.

Fläche für Sommergerste nur leicht rückläufig

Nach dem erforderlichen Umbruch der frostgeschädigten Bestände kann neben Sommergerste auch Sommerraps, Mais oder Sommerweizen als Nachfolgefrucht ausgewählt werden. In weiten Teilen Deutschlands sind Ende März 100 Prozent der zu erwartenden Sommergerstenfläche bestellt. Lediglich in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Landwirte in diesen Tagen noch dabei, die restlichen Sommergerstenmengen auszusäen. Die Gesamtanbaufläche hält sich auf Grund der gestiegenen Erzeugerpreise und einer nachhaltigen Bedarfssituation auf dem Braugerstenmarkt relativ konstant. Mit ca. 337.000 Hektar Anbaufläche beläuft sich der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr auf ca. drei Prozent.

Grace, Marthe und Quench sind die Hauptsorten

Die vom Berliner Programm der Braugersten-Gemeinschaft e.V. zur Verarbeitung empfohlenen Braugerstensorten dominieren das Sortenspektrum. Marthe und Quench sind in fast allen Bundesländern die Hauptsorten im Anbau, insbesondere im Süden Deutschlands kann die neue Sorte Grace schon erhebliche Flächenanteile verbuchen. In weiten Teilen Deutschland sind die früh gesäten Bestände bereits mit ausreichender Bodenfeuchte aufgelaufen. Vielerorts benötigen die jungen Pflanzen, die sich je nach Aussaatzeitpunkt im Zweiblatt bis zum 6-Blatt-Stadium befinden dringend Niederschläge. Die trockene und warme Frühlingswitterung lässt die Bestände aktuell noch gut gedeihen.

Getreidemärkte weiterhin unter Druck

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Neben der noch schleppenden Nachfrage nach Malz in der Brauwirtschaft wirkt die gute Aussaat, sowie die nahezu gleichbleibende Anbaufläche marktberuhigend. Die Gesamtsituation auf den Getreidemärkten ist trotz der Marktberuhigung jedoch relativ instabil. Politische Ereignisse, aber auch Veränderung von Marktprognosen in wichtigen Anbauländern geben dem nervösen Markt oft Impulse, die sich innerhalb von Tagen in großen Marktbewegungen in beide Richtungen niederschlagen können. Eine vorausschauende und nicht auf Spekulation aufgebaute Rohstoffsicherung ist notwendiger denn je.
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