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Getreide

Sommergetreide wird 2015 auf 15.522 Hektar vermehrt

von , am
21.07.2015

In Deutschland wird 2015 auf insgesamt 15.522 Hektar Sommergetreide vermehrt. Mehr als die Hälfte davon ist Sommergerste. Die Flächen nahmen leicht ab - während die bei großen Leguminosen um 50 % zulegten.

Mit 8.286 Hektar Fläche ist die Sommergerste das meistvermehrte Sommergetreide in Deutschland. © Mühlhausen/landpixel
Während die Vermehrungsfläche bei Wintergetreide in Deutschland um 5,3 Prozent (%) - sprich um rund 5.800 Hektar (ha) - eingeschränkt wurde, ist die Vermehrung bei Sommergetreide lediglich um rund 350 ha reduziert worden und beträgt nun 15.522 Hektar.
 
Zumindest teilweise seien diese Einschränkungen bei Winter- und Sommergetreide durch eine deutliche Ausdehnung der Vermehrungsflächen bei den großkörnigen Leguminosen kompensiert worden. Hier wurden die Vermehrungsflächen um annähernd 50 Prozent, das sind 3.967 ha auf 11.962 ha ausgedehnt.
 
Zu diesen Ergebnissen kommen Willi Thiel und Eric Preuß von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in ihren vorläufigen Untersuchungen für die Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen für Saat- und Pflanzgut in Deutschland zum Thema Vermehrungsflächen.

Sommergerste wieder Spitzenreiter

Top Ten der Sommergerstensorten bei der Vermehrung in 2015. © Thiel/Preuß (LWK Niedersachsen)
Wie in der Vergangenheit bleibe demnach bei den Sommerungen die Sommergerste die wichtigste Getreideart. Mit insgesamt 8.286 ha wurde zwar auch in diesem Jahr die 10.000 ha Grenze deutlich unterschritten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr fiel mit vier Prozent weniger (knapp 350 ha) aber moderat aus - wenngleich sich der Abwärtstrend weiter fortsetze.
 
Wie bisher sind die Hauptvermehrungsgebiete in Deutschland die Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen. Die Reduzierung der Vermehrungsfläche entfiel etwa zu zwei Drittel auf Ostdeutschland. Im Westen war insbesondere Niedersachsen betroffen.
 
Hauptsorten im Jahr 2015 ist die Braugerstensorte Avalon gefolgt von Grace und Quench. Während Avalon eine erhebliche Ausdehnung erfuhr, wurden die Sorten Grace und Quench gleichermaßen deutlich zurückgefahren. Eine sehr starke Ausdehnung von 65 ha auf 971 ha erfuhr die Braugerstensorte RGT Planet, während die dann folgenden Sorten Propino und Milford doch etwas stärker im Vermehrungsanbau zurückgefahren wurden.
 
Während die neue Sorte Sydney mit Zulassung im Jahr 2013 im Vermehrungsumfang mehr als verdoppelt wurde, kam es bei den übrigen Futtergerstesorten zu Einschränkungen. Insgesamt entfallen auf die ersten zehn Sorten knapp 78 Prozent der Vermehrungsfläche. Insgesamt wurden in diesem Jahr, ohne Hinzurechnung der Stämme, 55 Sortenin Deutschland zur Vermehrung angemeldet. Das zeigt, dass gerade bei Braugerste eine Fokussierung auf einige wenige Sorten gegeben ist.

Sommerweizen und Triticale

Die Vermehrungsflächen für Sommerweichweizen wurden laut Thiel und Preuß nur leicht verändert und liegen jetzt bei 2.214 ha (- 4,5 %). Hauptgebiete in Deutschland sind insbesondere Niedersachsen, Bayern, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Hauptsorte ist nun KWS Chamsin gefolgt von Tybalt und KWS Scirocco. Deutlich ausgedehnt in der Vermehrung wurde die etwas neuere Sommerweizensorte Lennox, die nach Züchterangaben, über Wechselweizeneignung verfügt. Von der Vermehrungsfläche her liegt sie damit gleichauf mit dem langjährigen Spitzenreiter KW Kadrilj. Diese Sorte wurde in der Vermehrung deutlich zurückgenommen.
 
Wie in der Vergangenheit wird Sommerhartweizen überwiegend in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen vermehrt. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Flächen nahezu konstant gehalten. Wie im Vorjahr ist die Hauptsorte hier die EU-Sorte Miradoux, gefolgt von Malvadur und Durasol.
 
Die Vermehrungsfläche von Sommertriticale wurde im Vergleich zum Vorjahr nahezu um 100 ha reduziert und liegt nun bei 644 ha. Hauptsächlich wird der Weizen-Roggen-Hybrid in diesem Jahr in Brandenburg, Bayern und Niedersachsen vermehrt. Hauptsorte ist in diesem Jahr die Sorte Somtri, gefolgt von Dublet und Logo. Die beiden letztgenannten Sorten wurden spürbar im Vermehrungsumfang eingeschränkt.

Sommerhafer und -roggen

Flughafer (r.) ist weiterhin in Hafervermehrungen aufgrund der 0-Toleranz gefürchtet. © Thiel/LWK Niedersachsen
Mit insgesamt 3.659 ha (5,3 % mehr) erfuhr die Vermehrung von Sommerhafer in diesem Jahr einen kleinen Aufschwung. In der Angabe der Vermehrungsfläche ist auch der Rauhafer enthalten, der seinerseits mit drei Sorten vertreten ist und im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet wurde und damit auch maßgebend an der Ausweitung der Vermehrungsflächen bei Hafer beteiligt ist.
 
Hauptvermehrungsgebiete im Westen sind die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Osten liegen die größten Vermehrungsflächen in Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern.
 
Hauptsorte mit 1.069 ha ist wie im Vorjahr Max, gefolgt von Scorpion und Ivory. Dann folgt die neuere Gelbhafersorte Poseidon sowie die Sorte Symphony. Bei Ivory und Symphony handelt es sich um Weißhafersorten. Neu in der Vermehrung ist die Sorte Pinnacle, die züchterseitig als Zweitfruchthafer deklariert wird.
 
Der Sommerroggen kommt in diesem Jahr mit 363 ha Vermehrungsfläche in eine Größenordnung wie im Vorjahr. Die meisten Vermehrungen stehen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, wobei die Sorte Arantes dominiert und außerdem spielt die Sorte Ovid eine größere Rolle.
 
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