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Saatgutbehandlung

Sommergetreide: Welche Beizen wirken wie gut?

Gebeiztes Saatgut
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Klaus Strotmann, agrarheute
am
30.01.2019

Im Sommergetreide müssen Beizen gegen andere Erreger schützen als in Winterungen. Auf einige Krankheiten sollten Sie dabei besonders achten. Alternativen zur Chemie sind biologische Verfahren oder Elektronenbeizen.

Beim Sommergetreide muss die Beizung vor allem die mit dem Samen übertragenen Krankheitserreger bekämpfen.

„Eine Dauerwirkung gegen vom Boden ausgehende Infektionen, die bei Wintergetreide eine wichtige Rolle spielt, ist nur bei einer frühen Aussaat gefordert“, sagt der Pflanzenschutzexperte Dr. Friedrich Merz vom Regierungspräsidium Stuttgart.

Chemische Saatgutbehandlungsmittel

Mit geringen Wirkstoffmengen sehr gut bekämpfbar sind Steinbrand, Streifenkrankheit, Flugbrand, Schneeschimmel und früher Befall durch Fusarium-Pilze. Je nach Wirkungsbreite der eingesetzten Beize werden auch Blattkrankheiten, wie etwa Netzflecken am Getreidekeimling erfasst.

Die angebotenen Mittel sind nicht in allen Getreidearten zugelassen. Universalbeizmittel wie EfA, Landor CT Formel M, Orius Universal, Rubin TT, können in Weichweizen, in Gerste, sowie je nach Zulassung auch in Hafer angewendet werden. Eine Behandlung von Hartweizen ist nur mit Landor CT Formel M oder Orius Universal möglich.

Spezialbeizmittel für Weizen sind Arena C + Formel M, Celest Formel M und das neu zugelassene Difend Extra, für Gerste Baytan 3 und Zardex G (mit Zulassung in Hafer).

Bei den chemischen Beizmitteln werden bevorzugt Produkte empfohlen, die mehrere Wirkstoffe enthalten. Diese haben in der Regel eine gute Breitenwirkung gegen mehrere Krankheiten.

Wann Sie beizen sollten

Unbedingt erforderlich ist die Beizung gegen die folgenden Krankheiten:

  • Streifenkrankheit an Gerste,
  • Steinbrand und Schneeschimmel an Weizen,
  • Flugbrand an Hafer,
  • Flugbrand an Weizen und Gerste für die Saatguterzeugung.

Pflanzenschutzexperte Merz aus Stuttgart empfiehlt eine Beizung zu dem gegen:

  • Schneeschimmel und andere Fusarium-Pilze an Braugerste. „Wegen der speziellen Qualitätsanforderungen in der Braugerste ist diese Maßnahme besonders wichtig.“ Empfohlen sind z.B.: EfA, Landor CT Formel M, Orius Universal und Rubin TT.
  • Frühbefall durch Blattkrankheiten wie Netzflecken, Rhynchosporium oder Mehltau an Sommergerste. Wo diese Krankheiten klimatisch bedingt regelmäßig und früh die Keimlinge befallen und aus arbeitswirtschaftlichen Gründen Fungizide nicht rechtzeitig gespritzt werden können, ist eine Saatgutbehandlung sinnvoll. „Die Wirkung bleibt aber auf den Keimlingsbefall beschränkt“, sagt Berater Merz. Eine Beize gegen Mehltau, Rhynchosporium und Netzflecken ist z.B. Baytan 3.
  • Samen- und bodenbürtige Krankheiten an Hafer. Flugbrand des Hafers tritt selten auf. Häufiger werden Krankheitserreger von Fusarium und Drechslera gefunden. Zur Bekämpfung dieser Pilzkrankheiten wird eine Beizung empfohlen, besonders bei früher Aussaat.

Eine Beizung gegen Zwergsteinbrand ist für Sommerweizen nicht erforderlich, weil diese Pilzkrankheit nur während des Winters günstige Infektionsbedingungen hat.

Funktioniert die Elektronenbeize?

Eine Alternative zur chemischen Saatgutbehandlung ist die Elektronenbeizung (E-PURA, oder Eventus). In Versuchen erzielte dieses physikalische Verfahren beispielsweise in der Sommergerste eine gute Wirkung gegen die Streifenkrankheit und Netzflecken.

Gegen Erreger, die in den Samen eindringen, wie etwa Flugbrand und auch gegen bodenbürtige Krankheiten bietet das Verfahren aber keinen ausreichenden Schutz.

Biologische Saatgutbehandlung

Die biologischen Saatgutbeizen Cedomon und Cerall enthalten den Bakterienstamm Pseudomonas chlororaphis MA 342. Die Bodenbakterien vermehren sich auf der Saatgutoberfläche und konkurrieren dort mit den anhaftenden Krankheitserregern.

Sie setzen Substanzen frei, die die Sporen in ihrer Entwicklung hindern und abtöten. Die Beizen induzieren zusätzlich Resistenz und fördern die Entwicklung des Keimlings.

Die beiden Formulierungen wurden speziell für Getreide mit und ohne Spelzen entwickelt. Das als Emulsion formulierte Cedomon ist in Gerste gegen Streifenkrankheit, Netzfleckenkrankheit und zur Befallsminderung von Fusariumarten zugelassen.

Mit dem Suspensionskonzentrat Cerall kann Weizen gegen Steinbrand, Septoria nodorum und zur Befallsminderung von Fusarium-Arten gebeizt werden.

Mit Material von Dr. Friedrich Merz, RP Stuttgart
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