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Getreide

Sommergetreideanbau weiter auf dem Rückzug

von , am
15.05.2010

Hannover - Gewinner bei der Feldbestellung zur Ernte in diesem Jahr ist der Mais, Verlierer sind die Sommergetreidearten, die Wintergerste und der Roggen.

© agrarfoto.com

Das hat nach Angaben des Landvolkes Niedersachsen eine erste Trendberechung des niedersächsischen Landesbetriebes für Statistik nach der Frühjahrsaussaat ergeben, die aber nur auf den Angaben weniger, ausgewählter Betriebe beruht. Danach hat die bisherige Nummer eins auf Niedersachsens Äckern, der Weizen, die Spitzenposition an den Mais abgeben müssen. Dieser nimmt nun mit 540.000 Hektar gut halb so viel Fläche ein wie alle anderen Getreidearten zusammen, während der Weizenanbau nur noch leicht auf 445.000 Hektar gestiegen ist und damit an zweiter Stelle steht.

Deutlich mehr Mais für Biogasanlagen ausgesät

Die Zunahme beim Maisanbau betrifft aber lediglich den Silomais, während der Anbau von Körnermais und CCM-Mais deutlich geschrumpft ist. Dazu hat insbesondere der Biogas-Silomais mit deutlich größeren Zuwachsraten als der Futter-Silomais beigetragen, und zwar vor allem in den südniedersächsischen Ackerbauregionen, wo bisher kaum Mais angebaut wurde. Noch weiter geschrumpft sind dagegen die Areale, die mit Sommergetreide bestellt wurden. Damit liegt der Rückgang der Sommergetreide- und Haferflächen weiter im Trend, Ursache ist die deutlich geringere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Wintergetreide aufgrund niedrigerer Erträge.

Minus von 28 Prozent bei der Sommergerste

Die kräftigste Abnahme errechneten die Statistiker bei der Sommergerste mit einem Minus von 28 Prozent, sie wurde nur noch auf 32.000 Hektar ausgesät. Aufgrund der anhaltend zu niedrigen Preisgebote für Braugerste haben die Bauern die Fläche erneut eingeschränkt, einst war der Braugerstenanbau dagegen eine Domäne der Niedersachsen. Auch der Hafer führt mit 11.000 Hektar, das ist ein Viertel weniger als im vergangenen Jahr, nur noch ein Nischendasein, ebenso wie der Sommerweizen mit nur 5.600 Hektar.

Getreidefläche insgesamt um  fünf Prozent gesunken

Insgesamt ist die niedersächsische Getreidefläche um gut fünf Prozent auf 855.000 Hektar gesunken. Daran hat das Wintergetreide einen Anteil von gut 800.000 Hektar, davon mehr als die Hälfte Winterweizen, der um knapp drei Prozent zulegte und damit im langjährigen Aufwärtstrend lag. Der Roggen verlor aufgrund seiner Wettbewerbsschwäche 15 Prozent Fläche, der Anbau sank auf knapp 150.000 Hektar. Wintergerste verlor mit 159.000 Hektar Fläche ebenfalls, der Triticaleanbau blieb mit 78.000 Hektar stabil. Ebenfalls keine gravierenden Flächenänderungen gab es beim Raps mit 125.000 Hektar sowie bei Zuckerrüben mit 103.000 Hektar und bei Kartoffeln mit 117.000 Hektar Anbaufläche. (lpd)

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