Login
Pflanzenbau-Ratgeber

Spätanwendung von Glyphosat im Getreide: Das sind die Regeln

Thumbnail
Redaktion agrarheute, agrarheute
am
14.07.2016

Durch die lange, nasse Witterung sind einige Gerstenschläge im Lager. Nur wenn die Ernte sonst nicht mehr möglich ist, kann ein glyphosathaltiges Herbizid angewandt werden.

"Auf der Baar sind viele Wintergersteschläge auf Grund der langen, nassen Witterung ins Lager gegangen" schreibt der Pflanzenschutzdienst des Landratsamts Schwarzwald-Baar-Kreis auf isip. Stelle sich trockenes Wetter ein, kann die Getreide-Reife abgewartet sowie Reinigung und Trocknung oder Konservierung der Futtergerste mit Propionsäure in Betracht gezogen werden.

Ist aber die Ernte in Gefahr, besteht im Notfall die Möglichkeit, ein dafür zugelassenes glyphosathaltiges Herbizid (ohne das Netzmittel Tallowamin) einzusetzen.

Spätanwendung in Getreide: Wo und wann

Bedingungen für eine Spätanwendung im Getreide sind nach Angaben der Pflanzenschutzexperten:

1. Nur, wenn eine Ernte sonst gar nicht möglich ist und nur auf Teilflächen, die

  • lagern - gegen Unkrautdurchwuchs
  • lagern oder stehen - gegen Zwiewuchs
  • ungleichmäßig abreifen - zur Sikkation

2. Diese Spätanwendung sollte zirka 14 Tage vor dem geplanten Erntetermin erfolgen. Der ideale Ausbringungstermin ist ab der Vollreife (BBCH 89) bei einer Kornfeuchte von unter 25 Prozent. Zu diesem Zeitpunkt bleibt bei der Fingernagelprobe der Abdruck des Nagels sichtbar bzw. die Halme sind schon gelb, die Halmknoten aber noch grün.

Getreide, das zur Saatguterzeugung oder für Brauzwecke weiterverwendet wird, darf nicht behandelt werden.

Auch interessant