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Getreide

Spelzweizen: Das ist beim Dinkel-Anbau zu beachten

von , am
30.09.2015

Immer mehr Landwirte bauen den Verwandten des Weichweizens an, denn Dinkel wird zunehmend nachgefragt. Er ist robuster als Weizen und wächst auch auf Problemstandorten. Tipps zum Dinkel-Anbau in unserem Ratgeber.

Dinkel hat auch auf schlechten Böden ein hohes Ertragspotential. © landpixel
Aufgrund der verstärkten Nachfrage, steigt die Anbaufläche von Dinkel in Deutschland kontinuierlich an. Zur Ernte 2015 standen rund 70.000 Hektar Spelzweizen auf deutschen Feldern, davon etwa zwei Drittel in Bayern und Baden-Württemberg. Das robuste Getreide bringt stabilere Erträge als der Weizen auf schwachen Standorten und in Höhenlagen. Zudem ist der Strohertrag ein Drittel höher als bei anderen Getreidearten. Allerdings neigt Dinkel zu Lager.

Standortansprüche

  • Dinkel hat geringere Standortansprüche als Weizen.
  • Auch für raue und niederschlagsreiche Lagen bis 1.400 Meter ist Dinkel geeignet.
  • Hohe Niederschlagsmengen zur Erntezeit erhöhen allerdings das Anbaurisiko.
  • Bei der Parzellenwahl sind trockene, windige und sonnige Lagen zu bevorzugen.

Bodenansprüche

  • Dinkel liebt mittelschwere bis schwere, genügend tiefgründige Böden.
  • Die Ansprüche an den Wasserhaushalt sind höher als beim Weizen.
  • Leichte, flachgründige, staunasse und schlecht drainierte Standorte sowie Moorböden sind ungeeignet.
  • Beim pH-Wert ist der Dinkel tolerant.
  • Leicht saure bis alkalische Böden werden gut vertragen.

Fruchtfolge beachten

  • Ähnlich wie Weizen ist Dinkel anfällig auf Getreide-Fusskrankheiten.
  • Deshalb sollte Dinkel nicht nach einer anderen Getreideart (ausser Hafer) stehen.
  • Bei Kunst- oder Naturwiese als Vorkultur steigt die Lagerungsgefahr wegen hoher N-Nachlieferung stark an.
  • Dinkel steht in der Fruchtfolge deshalb meist nach Hackfrüchten wie Mais, Rüben oder Kartoffeln.
  • Die Anbaupause zwischen Dinkel sollte mindestens zwei Jahre betragen.

Dinkel-Aussaat

  • Dinkel ist für Direktsaaten sehr gut geeignet.
  • Die Saatstärke sollte etwa 300 bis 340 Körner pro Quadratmeter betragen.
  • Die Saatgut-Ablage sollte 3 bis 7 cm tief erfolgen.
  • Dabei ist auf guten Bodenschluss zu achten.
  • Je später die Saat und je feuchter und schwerer der Boden, desto flacher ist zu säen.
  • Dinkel wird normalerweise zwischen Mitte Oktober bis Mitte November gesät.
  • Da Dinkel spätsaatverträglich ist, sind im Extremfall auch Dezembersaaten möglich.

Düngung

Großzügige N-Düngung verschlechtert die Standfestigkeit. Es empfiehlt sich eine Aufteilung der N-Düngung auf zwei bis drei Gaben (Vegetationsbeginn, Beginn Schossen, vor Ährenschieben). Düngung kurz vor dem Ährenschieben beeinflußt die Standfestigkeit nicht negativ und kann die Kornausbildung verbessern. Die Grunddüngung nach Entzug erfolgt wie bei Winterweizen: P-Bedarf: 70kg/ha, K-Bedarf: 120 kg/ha

Schädlinge beim Dinkel

  • Schädlinge bilden in der Regel kein Problem.
  • Getreidehähnchenbefall ist mögliche
  • In Einzelfällen, vor allem nach Zwischenkulturen oder Gemüse können Erdschnakenlarven, Schnecken oder Drahtwürmer auftreten.

Dinkel-Ernte

  • Je nach Höhenlage erfolgt die Dinkelernte Ende Juli bis Ende August.
  • Niederschlag schadet dem bereits trockenen, durch Spelzen geschützten Getreide nicht.
  • Die Dinkelernte erfordert ein langsames Dreschen, d.h. der Mähdrescher darf nicht zu schnell fahren.
  • Beim Drusch am Vormittag werden aufgrund der höheren Spelzenfeuchtigkeit weniger nackte Körner ausgedroschen.
  • Wenn gelagerter Dinkel zu spät gedroschen wird, sind wegen Ährenknicken hohe Verluste möglich.
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