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Getreide

Das ist beim Dinkel-Anbau zu beachten

Dinkelähren auf dem Feld
am Mittwoch, 03.11.2021 - 14:35 (1 Kommentar)

Immer mehr Anbauer setzen auf den Verwandten des Weichweizens, denn Dinkel wird zunehmend nachgefragt. Er ist robuster als Weizen und wächst auch auf Problemstandorten. Tipps zum Dinkel-Anbau gibt unser Ratgeber.

Aufgrund der verstärkten Nachfrage, steigt die Anbaufläche von Dinkel in Deutschland kontinuierlich an. Das robuste Getreide bringt stabilere Erträge als der Weizen auf schwachen Standorten und in Höhenlagen. Zudem ist der Strohertrag ein Drittel höher als bei anderen Getreidearten. Allerdings neigt Dinkel zu Lager.

Welche Vorteile hat Dinkel?

Das robuste Getreide bringt auch auf eher schwachen Standorten und in Höhenlagen stabile Erträge. Der Strohertrag ist etwa ein Drittel höher als bei anderem Getreide. Allerdings neigt Dinkel zu Lager.

  • Dinkel hat geringere Standortansprüche als Weizen.
  • Auch für raue und niederschlagsreiche Lagen bis 1.400 Meter ist Dinkel geeignet.
  • Hohe Niederschlagsmengen zur Erntezeit erhöhen allerdings das Anbaurisiko.
  • Bei der Parzellenwahl sind trockene, windige und sonnige Lagen zu bevorzugen.

Welchen Boden braucht der Dinkel?

  • Dinkel liebt mittelschwere bis schwere, genügend tiefgründige Böden.
  • Die Ansprüche an den Wasserhaushalt sind höher als beim Weizen.
  • Leichte, flachgründige, staunasse und schlecht drainierte Standorte sowie Moorböden sind ungeeignet.
  • Beim pH-Wert ist der Dinkel tolerant.
  • Leicht saure bis alkalische Böden werden gut vertragen.

Welche Vorfrüchte eigenen sich beim Dinkel?

Ähnlich wie Weizen ist Dinkel anfällig auf Getreide-Fußkrankheiten. Deshalb sollte Dinkel nicht nach einer anderen Getreideart stehen, außer Hafer. Bei Kunst- oder Naturwiese als Vorkultur steigt die Lagerungsgefahr wegen hoher N-Nachlieferung stark an. Dinkel steht in der Fruchtfolge deshalb meist nach Hackfrüchten wie Mais, Rüben oder Kartoffeln. Die Anbaupause zwischen Dinkel sollte mindestens zwei Jahre betragen. Als Vorfrucht eignen sich: 
•    Soja, Rüben, Kartoffeln, Raps oder Leguminosen sehr gut,
•    Mais, Hafer oder Sonnenblumen gut,
•    Wintergetreide dagegen weniger.

Was muss bei der Aussaat von Dinkel beachtet werden?

  • Dinkel ist für Direktsaaten sehr gut geeignet.
  • Die Saatstärke sollte etwa 300 bis 340 Körner pro Quadratmeter betragen.
  • Die Saatgut-Ablage sollte 3 bis 7 cm tief erfolgen.
  • Der Transport ist einfacher wegen des geringeren Volumen von 150 l/ha statt 450 l/ha,
  • Dabei ist auf guten Bodenschluss zu achten.
  • Je später die Saat und je feuchter und schwerer der Boden, desto flacher ist zu säen.
  • Dinkel wird normalerweise zwischen Mitte Oktober bis Mitte November gesät.
  • Da Dinkel spätsaatverträglich ist, sind im Extremfall auch Dezembersaaten möglich.

Welche Düngung braucht Dinkel?

Großzügige N-Düngung verschlechtert die Standfestigkeit. Es empfiehlt sich eine Aufteilung der N-Düngung auf zwei bis drei Gaben (Vegetationsbeginn, Beginn Schossen, vor Ährenschieben). Düngung kurz vor dem Ährenschieben beeinflusst die Standfestigkeit nicht negativ und kann die Kornausbildung verbessern. Die Grunddüngung nach Entzug erfolgt wie bei Winterweizen: P-Bedarf: 70kg/ha, K-Bedarf: 120 kg/ha

Welche Pflanzenschutzmittel dürfen angewendet werden?

Viele Mittel, die in Weizen zugelassen sind, dürfen auch in Dinkel verwendet werden.
Das gilt aber nicht für Mittel, die spezifisch nur für Winter- oder Sommerweizen zugelassen sind. Bei echtem Bedarf besteht die Möglichkeit, die Zulassung weiterer Mittel zu beantragen. Sie sind einzelbetrieblich oder über Erzeugergemeinschaften beantragt werden.
 

Muss ich beim Dinkel auf Schädlinge achten?

  • Schädlinge bilden in der Regel kein Problem.
  • Getreidehähnchenbefall ist mögliche
  • In Einzelfällen, vor allem nach Zwischenkulturen oder Gemüse können Erdschnakenlarven, Schnecken oder Drahtwürmer auftreten.

Was muss bei der Dinkel-Ernte beachtet werden?

  • Je nach Höhenlage erfolgt die Dinkelernte Ende Juli bis Ende August.
  • Niederschlag schadet dem bereits trockenen, durch Spelzen geschützten Getreide nicht.
  • Die Dinkelernte erfordert ein langsames Dreschen, d.h. der Mähdrescher darf nicht zu schnell fahren.
  • Beim Drusch am Vormittag werden aufgrund der höheren Spelzenfeuchtigkeit weniger nackte Körner ausgedroschen.
  • Wenn gelagerter Dinkel zu spät gedroschen wird, sind wegen Ährenknicken hohe Verluste möglich.
Mit Material von BSA, SU, SWS
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