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Düngebedarfsermittlung

Stickstoffbedarf: So verwandeln Sie Ihr Smartphone in einen N-Tester

Yarairix-N-Tester
am Donnerstag, 20.02.2020 - 06:00

Der Bedarf an Stickstoff für etliche Kulturen lässt sich mit der Kamera vom Smartphone ermitteln. Dazu bietet Yara eine App, einen eigenen Clip und einen Bluetooth N-Tester an.

Bislang forderte eine Stickstoff (N)-Analyse teures Equipment. Jetzt bietet Yara ein System zum Precision Farming an, das den N-Bedarf etlicher Kulturen mit dem Handy ermittelt. YaraIrix soll handelsübliche Smartphones in Stickstofftester verwandeln. 

Das System umfasst eine kostenfreie App für Android und iOS. Mit der lässt sich der N-Bedarf im frühen Wachstumsstadien fotobasiert ermitteln. Für die zweite bis vierte Düngung wird die App um zwei Hardwareoptionen ergänzt: einen Clip und einen Bluetooth N-Tester.

So ist das System gedacht

YaraIrix-Clip-N-Sensor

Die Kernfunktion des Systems ist, den Chlorophyllgehalt zu messen. Das geht mit der Smartphone-Kamera und/oder den beiden Zusatzgeräten. 

  • Die App ohne zusätzliche Hardware ermöglicht die fotobasierte N-Bedarfsbestimmung für Raps, Winterweizen und Mais für die erste N-Gabe. Sobald die App gemessen hat, gibt sie eine Empfehlung, wie viel N-Dünger nötig ist. Der Algorithmus dahinter basiert auf gut 20 Jahren Forschung.
  • Der Clip soll das System künftig ergänzen. Er wird über die Kamera des Smartphones gesteckt. Das verwandelt sie direkt in den N-Tester. Das macht N-Empfehlungen für die 2. bis 4. N-Gabe möglich. Dabei zahlt jeder Nutzer mit seinen Daten.
  • Der N-Tester Bluetooth (BT) folgt dem bekannten N-Tester. Er lässt sich kaufen und mit der App verbinden oder abonnieren. Der Preis ist nach ha gestaffelt und liegt bei 19 bis 39 Euro im Monat. Damit gibt es Empfehlungen auch für Winter- und Sommergerste, Roggen und Triticale. Zudem werden historische Daten gespeichert, um die Düngung weiter zu optimieren.

So funktioniert die Fotoanalyse

Nötig ist ein Smartphone mit Kamera oder ein Tablet mit Android-Betriebssystem und Internetzugang. Mit der YaraIrix-App werden etliche Bilder des Bestands aufgenommen. Aus dem Bodenbedeckungsgrad wird die Frischmasse und daraus resultierend die N-Aufnahme berechnet, anschließend die N-Düngeempfehlung erstellt. Hier die Tipps für die Fotos:

  • Eine durchgängige Internetverbindung ist nicht nötig. Die Fotoanalyse funktioniert offline.
  • Zu fotografieren ist der Pflanzenbestand parallel zum Boden aus 1,40 m Abstand.
  • Der effektive Bildausschnitt sollte etwa 50 cm x 50 bis 70 x 70 cm groß sein.
  • Der Bodenbedeckungsgrad darf rund 80 Prozent nicht übersteigen.
  • Schuhe oder Hände dürfen nicht aufs Foto. Das verzerrt das Ergebnis. Pflanzenreste stören nicht, sofern sie keine Blätter verdecken. 
  • Der Bildausschnitt darf kein Unkraut, keine Algen, Moos oder Schnee haben.
  • Zu vermeiden sind Aufnahmen bei Tau und Raureif. Regen ist kein Problem. 
  • Der Bildausschnitt muss mindestens zwei bis drei Reihen zeigen.
  • Direktes Sonnenlicht ist ungünstig, besser ist bedeckter Himmel.
  • Zu fotografieren ist mit der Sonne im Rücken; bestenfalls sind die Pflanzen komplett mit dem eigenen Schatten zu verdecken.

Für ein repräsentatives Ergebnis sind mindestens vier, besser 10 bis 20 Fotos von unterschiedlichen Stellen aufzunehmen. Zu empfehlen ist ein W-Muster auf dem Schlag. 

So kommt die App aufs Handy

Yarairix-yaraIrix

Jedes Feld ist anders. Deshalb hat das Produkt das Potenzial, Ackerbauern über ihr Smartphone Zugang zur Precision farming zu verschaffen und Daten zu ihren Feldern zu liefern, die bisher so nicht verfügbar waren. Mit dem Zugang zu genauen Zahlen über den Nährstoffbedarf lässt sich wirtschaftlicher düngen. Gleichzeitig werden mögliche Belastungen für die Umwelt gesenkt.

Die kostenlose App lässt sich im iTunes- oder Google Playstore herunterladen. Danach ist eine Anmeldung nötig. Bezahlt wird vor allem mit den eigenen Daten. Der N-Tester BT ist über eine eigene Website im Internet zu haben.

Mit Material von Yara
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