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Düngung

Stoppeln kalken mit Kalk oder Gips: Balsam für den Boden

AF_Kalken-Kalkdünger
am Freitag, 02.08.2019 - 08:18

Bei saurem Boden hilft nur Kohlensaurer, Brannt- oder Löschkalk. Naturgips lohnt besonders auf Grünland und für Leguminosen. Damit lassen sich Kalzium (Ca) und Schwefel (S) düngen. Das verbessert den Boden.

Gips ist chemisch Calciumsulfat (CaSO4). Das löst sich in einer Konzentration von 2 g/l Wasser und versorgt die Kulturen mit S und Ca. In 20 l/m2 Wasser lösen sich je Hektar bis zu 400 kg Gips. Sie enthalten 60 bis 80 kg S und 80 bis 100 kg Ca.

Gips oder Kalk

Naturgips ist für alle Kulturen, besonders für Leguminosen und ergänzend zu Wirtschaftsdüngern, interessant. Der Schwefel ist ausreichend verfügbar und wenig auswaschungsgefährdet. Auf dem Gladbacher Hof, dem Versuchsbetrieb für Ökolandbau der Uni Gießen, brachte Gips auf einem S-Mangelstandort bei Luzerne die gleichen Mehrerträge wie Kieserit.

In Gips sind je Kilo S 1,3 kg Ca enthalten, die für die Kalziumernährung der Pflanzen reichen. Naturgipsdünger werden hergestellt aus den natürlichen Gesteinen

  • Anhydrit (CaSO4) und
  • Naturgips (CaSO4 x 2H2O).

Sie kommen granuliert und gemahlen auf den Markt.

Feuchtkalkstreuer nötig

Granulierte Produkte, etwa GranuGips mit 20 Prozent S und 28 Prozent Ca, eignen sich für das Ausbringen mit Tellerstreuern auf große Streubreiten. Die Aufwandmengen betragen je nach S-Bedarf 100 bis 300 kg/ha.

Gemahlene Produkte, etwa Naturgips, naturfeucht, bis 2 mm-Feinkorn mit 15 Prozent S und 21 Prozent Ca, lässt sich mit Feuchtkalkstreuern mit einem Aufwand ab einer Tonne streuen. Durch den Kornaufbau ist Vorratsdüngung für zwei Jahre möglich.

Gips aus der Rauchgasentschwefelung, so genannter REA-Gips, wirkt wie Naturgips, hat aber keine Zulassung für den Ökoanbau.

Gut für den pH-Wert

Gips harmonisiert die Kationenverhältnisse im Boden. Bei einem Anteil von Magnesium  (Mg) über 15 Prozent am Austauscher, dem Bodenkolloid, leidet die Struktur auf schweren Böden.

Eine Gipsdüngung kann das wasserlösliche Ca aus dem Gips durch überschüssiges Mg vom Austauscher verdrängen. Die freien Bindungsplätze werden dann vom Ca eingenommen. So verbessert sich die Bodenstruktur.

Dieser Mechanismus kann auch in der Versorgungsstufe E (sehr hoch laut VDLUFA-Bodenuntersuchung) von Vorteil sein. Gips kann den Boden mit Kalzium, also Ca-Ionen, versorgen, aber den pHWert nicht verändern.

Ist der Boden sauer, helfen nur Kalkdünger. Kalkdünger werden aus

  • Kalkgestein (CaCO3) oder
  • Dolomitgestein (CaMgCO3)

Hergestellt durch Vermahlen bei kohlensauren Kalken oder Brennen mit 1.000 °C bei Branntkalken.

Auf Mg-marmen Böden sind dolomitische Kalke vorteilhaft. Wichtig ist ihre basische Wirkung, die in der Einheit CaO angegeben ist. Branntkalk enthält 80 bis 90 Prozent und kohlensaure Kalke haben 40 bis 50 Prozent basisch wirksames CaO.

Mit Material von Schmidt, boden-max

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe 08/2019 der agrarheute.

Jetzt noch Schwefel, Kalk und Gülle fürs Grünland