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Mit Maisspindeln und Rübensaft

Streusalz ersetzen: So geht umweltfreundlicher Winterdienst

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am Donnerstag, 23.12.2021 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Streut Mais aufs Eis oder Rübensirup statt Streusalz, das ist umweltfreundlicher. Solche Reststoffe sind biologisch abbaubar und machen weniger Kratzer. Vor allem schonen sie aber die Umwelt.

Glatteis im Winter ist gefährlich. Das gilt für alle Verkehrsteilnehmer. Aus reiner Gewohnheit kommt oft noch Streusalz zum Einsatz. Doch das schadet der Umwelt und ist in vielen Kommunen sogar verboten. Wer Salz streut, dem droht womöglich ein Bußgeld.

Der Grund: Das Salz schädigt Flora und Fauna, Pflanzen wie Bäume, Gewässer oder Wild- und Haustiere. Selbst für Fahrzeuge und Bauwerke etwa aus Beton ist es schädlich. Das Beseitigen der Schäden verursacht je nach Ausmaß oft hohe Kosten.

Was sind Alternativen zum Streusalz im Winter?

Dabei gibt es weitaus umweltfreundlichere Alternativen. Um Längen sinnvoller sind etwa

  • abstumpfende Mittel wie Sand und Kies,
  • Split oder Granulat mit Umweltzeichen,
  • Sägespäne und andere Streumittel oder
  • zerkleinerte Maisspindeln und Gemüsesäfte, die biologisch abbaubar sind.

Welche biologisch abbaubaren Streumittel sind auf dem Markt?

Neben Streumitteln wie Sand, Splitt oder Granulat gibt es seit einigen Jahren eine biologisch abbaubare Winterstreu auf dem Markt, die aus Maisspindeln hergestellt wird. Der Reststoff bei der Maisernte wird dazu zerkleinert, gesiebt und entstaubt.

In 20-kg-Gebinde abgefüllt wirkt er laut Deutschem Maiskomitee e.V. DMK genauso abstumpfend gegen Winterglätte wie mineralische Streugranulate, Sand oder Splitt. Das Maismaterial bleibe mit Wasser stabil. So entstehe keine Schmier- oder Staubschicht. Gleichzeitig schone es die Pfoten von Tieren. Einmal ins Haus getragen verursache es keine Kratzer auf empfindlichen Oberflächen.

Warum setzen immer mehr Nordamerikaner auf Sirup oder Saft?

Bei Glatteis ersetzt in den USA und Kanada ein Gemisch aus Rübensirup zunehmend herkömmliches Streusalz. Auch das soll Flora und Fauna sowie Kraftfahrzeuge schonen. Immer mehr Winterdienste in Nordamerika mischen laut ‚Washinton Post‘ Rote-Beete-Saft oder Rübensirup unters Streusalz. Die klebrige Mischung sorgt nicht nur dafür, dass das Salz auf der Straße bleibt. Vielmehr spart sie etwa 30 Prozent Salz ein.

Die Mischung besteht aus

  • 23 Prozent Salz,
  • 62 Prozent Wasser und
  • 15 Prozent Rübensirup.

Ein ungarischer Forscher soll die Methode gegen Eis in den 1990-er Jahren entwickelt haben. Kommt die Mischung in einer dünnen Schicht vor dem Schnee auf die Straße, verhindert das laut Nachrichtenagentur ‚CBC News‘, dass sich der Schnee mit der Teeroberfläche verbindet. Auch Extrakte von Mangold sollen sich eignen, um sie dem Streusalz beizumischen.

Woran erkenne ich umweltfreundliche Streumittel?

Räumfahrzeuge bringen die klebrigen Gemische aus. Wegen der Konsistenz sollen sie länger haften als normales Streusalz und länger wirken. Zudem senken sie chemisch die Schmelztemperatur vom Glatteis. Vor allem bei tiefen Minusgraden sei der Rübensaft vorteilhaft. Allerdings soll er für einige Insekten schädlich sein. Nach Angaben der Anbieter sei er jedoch umweltverträglicher als bisheriges Streusalz.

Laut Umweltbundesamt (UBA) sind salzfreie abstumpfende Streumittel wie Sand, Splitt oder Granulat im Handel am Umweltzeichen ‚Blauen Engel‘ zu erkennen. Schmilzt der Schnee oder ist die Glätte vorbei, lässt sich das biologisch abbaubare Material zusammenfegen und beim nächsten Schneefall wieder verwenden. Zuletzt ist es über die Biotonne oder den Kompost zu entsorgen.

Mit Material von DMK, The Weather Company, UBA
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