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Getreide

Studie: Natürliche Feinde halten Blattläuse an Getreide in Schach

von , am
06.12.2011

Göttingen - Die Blattlausdichte in Getreide ist ohne natürliche Feinde bis zu dreimal höher als bei Vorhandensein von Gegenspielern wie Schwebfliegen, Marienkäfern oder Spinnen.

An der Matif verlor beim Weizen 3,75 Euro auf 187,50 Euro je Tonne. © hapo/landpixel
Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Göttingen, in deren Rahmen Experimente in insgesamt fünf europäischen Regionen durchgeführt wurden. Danach steigt die Blattlausdichte bereits dann um ein Drittel, wenn die am Boden lebenden Gegenspieler fehlen. Bei Ausschluss der in der Vegetation vorkommenden Räuber verdopple sich der Befall, bei Abwesenheit beider Gruppen von natürlichen Feinden komme es zu einer Verdreifachung, erläutern die Forscher.

Räuber wechseln mit Umweltbedingungen

Die Ergebnisse zeigten, dass die einzelnen Gegenspielergruppen sich nicht nur in ihrer Wirkung ergänzten, sondern sogar voneinander profitierten. Offenbar verursachten die Arten, die in der Vegetation auf Jagd gingen, ein Herabfallen der Blattläuse auf den Boden. Dadurch würden die dort lebenden Feinde mit Beute versorgt. Die relative Bedeutung der einzelnen Gegenspielerarten und -gruppen sowie die Effizienz der Schädlingskontrolle können laut den Studienergebnissen je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen. Ferner würden bei veränderten Umweltbedingungen jeweils andere Räuber besonders wichtig, was vor allem in Zeiten des Klimawandels die Bedeutung einer großen Artenzahl unterstreiche. Die Studie wurde unter dem Titel „The relationship between agricultural itensification and biological control: experimental tests across Europe“ in der Fachzeitschrift „Ecological Applications“ veröffentlicht. 
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