Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Aktueller Pflanzenschutzhinweis

Sturmböen und Regen: Was kann an Pflanzenschutz noch warten?

Netzflecken an Gerste
am Dienstag, 25.05.2021 - 15:25 (Jetzt kommentieren)

Der Mais wächst kaum, das Unkraut dafür schon. Und Getreidefungizide dürfen nicht beliebig lang eingesetzt werden. Aktuelle Tipps.

Vielerorts müssen notwendige Pflanzenschutzarbeiten warten, starker Wind und Schauer lassen dafür kaum eine Lücke. Hartmut Lindner, Pflanzenschutzberater in Bad Mergentheim im nördlichen Baden-Württemberg empfiehlt, für anstehende Behandlungen die eher günstigeren Morgen- oder Abendstunden zu nutzen.

Fungizidbehandlungen im Getreide bis Ende der Blüte abschließen

Frühe Wintergerstenbestände sind in Lindners Beratungsgebiet bereits in der Blüte. Noch ausstehende Fungizidmaßnahmen sollten jetzt unbedingt abgeschlossen werden. Zum Ende der Blüte ist der letztmögliche Einsatzzeitpunkt erreicht.

Früher Winterweizen bildet im Main-Tauber-Kreis gerade das letzte Blatt aus. Wenn das Wetter passt und eine Einmalbehandlung das Ziel ist, kann sie zum Monatsende erfolgen. Der Pflanzenschutzexperte empfiehlt die volle Aufwandmenge eines breit wirkenden Fungizids. Ist in Maisweizen ohne Pflug eine Ährenbehandlung gegen Fusarium geplant, lässt sich die Aufwandmenge auf rund 70 Prozent reduzieren.

Hier finden Sie das aktuelle Wetter für Ihre Region

Herbizide als Zumischpartner

Bis zum BBCH-Stadium 39 (voll entwickeltes Fahnenblatt) lassen sich MCPA-haltige Mittel gegen Distel zumischen. Achtung, kalte Nächte führen zu Minderwirkungen. Gegen Klettenlabkraut bietet sich etwa Lodin/Starane an.

Breiter wirken Pixxaro EC, Ariane C, Omnera LQM und Pointer plus. Alle sind bis BBCH 39 zugelassen, Pixxaro bis BBCH 45.

Mais: Vorsicht bei Sulfonylharnstoffen und Kälte

Dem Mais macht die Kälte zu schaffen. Solange die Nachttemperaturen unter 10 °C fallen, wird er sich nicht zügig entwickeln. In frühen Saaten steht aufgrund der fortschreitenden Unkrautentwicklung jetzt die Bekämpfung an.

Berater Hartmut Lindner empfiehlt eine gut überlegte Mittelwahl: „Solange die Maispflanzen eine kältebedingte deutliche Gelbfärbung zeigen, raten wir beim Einsatz von sulfonylharnstoffhaltigen Mitteln zur Vorsicht. Setzen Sie diese Produkte wenn möglich nur vor einer absehbar wärmeren Witterungsperiode ein.“

Dabei gilt es Auflagen einzuhalten, etwa bei Nicosulfuron (z. B. Elumis, Motivell Forte, Nicogan u. a.) und Prosulfuron (Peak): Nicosulfuron darf nur jedes zweite Jahr auf derselben Fläche zum Einsatz kommen, Prosulfuron nur jedes dritte Jahr. Keine Anwendungen von terbuthylazinhaltigen Mitteln in Wasserschutzgebieten, das wird kontrolliert.

Der Wirkstoff Bromoxynil (z. B. in B 235, Nagano und vielen anderen) darf in dieser Saison zum letzten Mal angewendet werden. Reste müssen unbedingt aufgebraucht werden.

Zuckerrüben: Dritte Behandlung trotz Kälte, aber keine Mischung

Pflanzenschutzexperte Lindner rät, in Zuckerrüben die dritte NAK-Behandlung trotz der langsameren Entwicklung als in den Vorjahren mit den geplanten Bodenherbiziden in diesen Tagen auszubringen.

Bei großen Ackerfuchsschwanzpflanzen empfiehlt er keine Mischungen mit Gräsermitteln. Hier ist eine separate Überfahrt mit regulären Aufwandmengen beispielsweise von Focus Ultra oder Select sinnvoller.

Mit Material von Hartmut Lindner, Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim

Frost und Erdfloh oder gelbes Blütenmeer: So steht der Raps da

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Juni 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
cover_agrarheute_magazin.jpg

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...