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Pflanzenschutzindustrie

Syngenta setzt auf Digitalisierung und neue Geschäfte

Digitalisierung
am Montag, 03.05.2021 - 15:09 (Jetzt kommentieren)

Da das Chemiegeschäft schrumpft, setzt der zu ChemChina gehörende Konzern auf DIgitalprodukte. Ein deutscher Standort schließt.

Syngenta will neben den klassischen Sparten Pflanzenschutz und Saatgut stärker in neue Entwicklungsfelder investieren. 2 Mrd. US-Dollar will das Unternehmen bis 2025 in Innovationsprojekte investieren. Ziel ist, über Digitalisierung und biologische Präparate nachhaltiger zu wirtschaften.

Das internationale Projekt „Living Gro“ will die Bedeutung des Bodens für Klimaschutz und Biodiversität näher untersuchen. In Deutschland nehmen 17 Pilotbetriebe daran teil. Außerdem soll ein geschlossenes Anwendungssystem menschliche Fehler vom Auslesen eines digitalen Etiketts bis zur automatischen Steuerung der Spritze ausschalten.

Corpwise bündelt Digitalangebote

Unter der Dachmarke Cropwise bündelt das Unternehmen alle digitalen Angebote von Syngenta: Die App Spray Assist will dem Anwender helfen, die Feldspritze unabhängig von Produkt und Anwendung richtig einzustellen und den besten Anwendungszeitpunkt zu finden.

Proximais ist ein digitales Hilfsmittel, das die Ungras- und Unkrautzusammensetzung bestimmen kann, schlagspezifisch Herbizide empfiehlt und dabei wassersensible Gebiete berücksichtigen kann.

Der Copwise Seed Selector gibt auf Basis digitaler Bodenkarten und hinterlegten Versuchsdaten Sortenempfehlungen. Hinterlegt sind langjährige Wetter- und Bodendaten und eine Versuchsdatenbank.

Schon vor zwei Jahren hat Syngenta das Unternehmen Farmshots übernommen, das Satellitenbilder, Ertragsprognosen und Feldhistorien zur Verfügung stellt. Dieses Knowhow will das Unternehmen künftig als Dienstleistung anbieten, etwa zur schlagspezifischen Bonitur von Schaderregern und daraus folgenden Warnhinweisen.

Neue Präparate für den Bioanbau

In den kommenden fünf Jahren will Syngenta zu einem führenden Anbieter biologischer Produkte werden. Fyto Safe kommt dieses Jahr neu auf den Markt. Das Mehltaumittel für den Weinbau soll die Kupfermengen reduzieren und pflanzeneigene Abwehrkräfte aktivieren.

Neue Getreidefungizide und Notfallzulassung gegen Ramularia

Im konventionellen Pflanzenschutz bietet Syngenta zwei neue Getreidefungizide mit dem unverbrauchten Wirkstoff Cyprodinil an, Unix Pro (0,5 kg/ha Unix + 0,5 l/ha Pecari 300 EC) für eine frühe Behandlung und Kayak (1,2 bis 1,5 l/ha) als Gerstenspezialist.

Für dieses Jahr stehen über eine Notfallzulassung in Süddeutschland zwei Fungizide gegen Ramularia in Gerste mit dem Wirkstoff Folpet zu Verfügung: Elatus Era Max und Elatus Era Folpan. Für 2023 erwartet das Unternehmen eine breite Zulassung von Folpet in allen wichtigen Kulturen.

Im Raps führt Syngenta das neue Fungizid Treso ein. Das Sclerotinia-Mittel enthält 500 g/kg Fludioxononil und behält die B4-Einstufung (bienenungefährlich) auch in Mischung mit Karate Zeon.

Saatgutforschung ohne Hadmersleben, Fokus auf Hybridgetreide

Seine Saatgutsparte hat Syngenta in den letzten Jahren umstrukturiert. Der Forschungsstandort Hadmersleben wird geschlossen, zentraler Forschungs- und Produktionsstandort bleibt Bad Salzuflen.

Den Fokus richtet das Unternehmen jetzt ausschließlich auf die Züchtung von Hybridsorten, also Wintergerste, Weizen, Roggen, Rüben, Mais, Raps, Sonnenblumen, darüber hinaus Gemüse und Blumen. 500.000 ha Hybridgerste, -mais und -raps von Syngenta sollen 2025 in Deutschland wachsen.

Im Mais bringt Syngenta so genannte Artesian-Sorten auf den Markt. Sie sollen gerade unter Stressbedingungen Ertragsvorteile bieten. In diesem Jahr stand erstmals die Sorte SY Glorius zur Verfügung, außerdem SY Amfora (S 260) und SY Minerva (S 320).

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