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Nährstoffmanagement

Technologien für eine effizientere N-Düngung

pd/Krauß
am
28.01.2016

Ein Großteil der Lachgasemmissionen stammt nach wie vor aus der Landwirtschaft. Um diese zu senken, werden moderne Düngemittel effizienter und setzen die Nährstoffe schrittweise frei.

69 Prozent der weltweiten Lachgas-Emissionen stammen aus der landwirtschaftlichen Bodennutzung. Das berichtete Dr. Nils Berger von EuroChem Agro im Rahmen einer Tagung des Unternehmens.

Gesellschaft und Politik drängen die Branche auch im Rahmen der neuen Düngeverordnung, diese Emissionen zu senken. Wie Dr. Berger in seinem Vortrag ausführte, hätten von der Düngemittelindustrie eingeführte Technologien für eine bessere Effizienz von Stickstoffdüngern in den letzten Jahrzehnten schon erhebliche Fortschritte ermöglicht. In diesem Zusammenhang wies er auf den Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren wie DCD, DMPP oder Nitrapyrin hin.

"Es zeigt sich aber auch, dass im Bereich der Ammoniakemissionen noch Einsparungspotenzial vorhanden ist und der Einsatz von Urease-Inhibitoren, etwa aus den Gruppen der Triamide oder Triazole, noch nicht etabliert ist", stellte Dr. Berger fest.

Stickstoff gezielt freigeben

  • Neben "Slow Release N", etwa mittels Umhüllung des Düngers mit einer physikalischen Barriere wie organischen Polymeren oder anorganischen Elementen, und
  • "Controlled Release N", bei dem die Dünger mit hydrophoben Materialien wie Kautschuk oder hydrophilen Gel-Poymeren umhüllt sind, stehe auch
  • mit Nitrifikations- und Urease-Inhibitoren "stabilisierter Stickstoff" zur Verfügung.

"Die Stickstoffeffizienz ergibt sich bei der Nutzung von Inhibitoren vorwiegend aus einer Reduzierung der entsprechenden Emissionen über die Luft, das heißt Ammoniak und Stickoxide, und über die geringere Auswaschung von Nitrat aus dem Wurzelbereich", so Dr. Berger weiter.

Für die Praxis interessant sei, dass mit Nitrifikationsinhibitoren die Bildung von Nitrat reduziert und dessen Auswaschung verhindert werden könne. Damit sei auch

  • eine Reduktion der netto N2O-Emissionen um 50 Prozent und
  • eine Verlängerung der N-Verfügbarkeit für die Pflanzen um bis zu zwölf Wochen möglich.

"Unter ungünstigen Boden- und Klimabedingungen können signifikante Mehrerträge von fünf bis zehn Prozent erreicht und so die Stickstoffnutzungseffizienz spürbar verbessert werden", erklärt Dr. Berger weiter. Ähnliche Effekte seien bei den Ureaseinhibitoren zu erkennen. die die Ausgasung von Stickstoff in Form von NH3-N verzögerten und damit die Volatilisationsverluste reduzierten.

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