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Precision farming

Teilflächengenaue Düngung: Neues Angebot

Applikationskarte
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Karl Bockholt, agrarheute
am
09.03.2018

Eine online-Plattform zur teilflächengenauen Stickstoffdüngung bietet der Düngerhersteller Yara. Unter www.atfarm.de lassen sich dank Satellitendaten präzise Ausbringkarten erstellen. Mit den Bildern aus dem All ist es möglich, pflanzliche Biomasse mit hoher Präzision zu bestimmen.

Zum N-Sensor von Yara, dem N-Tester und der App ImageIT kommt jetzt atfarm dazu. Das neue Produkt soll es auch kleineren Betrieben ermöglichen, die Stickstoff-düngung ohne große Investitionen teilflächengenau zu optimieren. Eine frühe Produktversion, die in den nächsten Wochen noch kontinuierlich verbessert wird, lässt sich bereits nutzen. Landwirte und Berater können sie diese Frühjahrssaison 2018 zunächst kostenlos nutzen. Dafür brauchen sie keine Dünger des Herstellers kaufen, sondern sich einfach nur unter www.atfarm.de anmelden.

Wer sich registriert, kann seine Daten aus dem EU-Flächenantrag hochladen. Das System erfasst alle Schlaggrenzen automatisch. Nach wenigen Klicks werden für alle Feldfrüchte präzise Applikationskarten zur teilflächenspezifischen Stickstoffdüngung erstellt. Sie lassen sich zur sofortigen Nutzung herunterladen.

Rund 500 Landwirte entwickeln mit

In Kürze sollen Applikationskarten für Stickstoff in Weizen vollautomatisch erzeugt werden. Der ersten Produktversion folgen dann weitere Funktionen und Updates.

Das System wird von einem multidisziplinären Team von Agrarwissenschaftlern, Landwirten, Designern und Programmierern entwickelt. Rund 500 Landwirte und Berater in Deutschland und Frankreich haben zur Entwicklung beigetragen.

Künftig wird sich die Menge an Informationen für die Landwirtschaft vervielfachen. Die Präzision der Daten wird steigen und digitale Systeme werden sich besser verstehen. So werden Entscheidungsprozesse durch Datenverknüpfung optimiert, sagt Dr. Markus Himken, Geschäftsführer von Yara und zuständig für digital professionelle Lösungen für den Markt.

Einfache digitale Lösungen nötig

Der Düngerhersteller investiert kräftig in den neuen Geschäftsbereich Das „Digital Farming“ soll den Kunden helfen, höhere Erträge, bessere Qualitäten, mehr Wertschöpfung und eine umweltfreundlichere Produktion zu erreichen.

„Wir haben festgestellt, dass es bereits einige Lösungen im Bereich digitaler Pflanzenernährung gibt, die aber viel zu kompliziert und unübersichtlich sind. Mit atfarm wollen wir das ändern.“, so Himken. Nötig sind Produkte, die Ackerbauern so einfach wie irgend möglich bei ihrer Arbeit unterstützen, anstatt zusätzliche Arbeit zu machen.

In der digitalen Pflanzenernährung will Yara mit seinem neuen Angebot der weltweite Marktführer werden. Global werden bereits in Berlin, Sao Paulo, San Francisco und Singapur innovative Digitallösungen in Start-Up-Atmosphäre entwickelt.

Für die neuen Entwicklungszentren wurden in den vergangenen sechs Monaten rund 60 neue Mitarbeiter eingestellt. Aktuell sind etwas mehr als 100 Beschäftigt für die neue Geschäftseinheit tätig. Und ihre Zahl soll in naher Zukunft noch deutlich wachsen.

 

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