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Schädlinge

Teils massive Schäden durch Feldmäuse

Schäden durch Feldmäuse in Getreide
am Donnerstag, 04.06.2020 - 08:12 (Jetzt kommentieren)

Erneut werden Feldmäuse zur Plage. Ist in den Winterungen ein Bekämpfen jetzt noch sinnvoll? Und was sagen neue Artenschutzregeln?

Schaden an Rapsstängel durch Feldmaus

Der Besatz mit Feldmäusen in den Winterkulturen ist in einigen Regionen Thüringens besorgniserregend. „Die Schäden durch die Feldmaus sind bei den geschlossenen Beständen vom Wegrand oftmals nicht zu sehen“, heißt es vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR). „Erst beim Durchlaufen der Flächen wird das ganze Ausmaß ersichtlich.“

Im Winterraps sind an- und abgenagte Stängel zu finden. Lichte Stellen im Getreide zeigen, dass ährentragende Halme bereits großflächig abgefressen sind. Hier ist mit erheblichen Mindererträgen zu rechnen.

Im Extremfall ist über eine Grünfutterernte des Getreides nachzudenken, um die zu erwartenden Ernteausfälle teilweise zu kompensieren.

In Winterungen ist eine Bekämpfung jetzt nicht mehr sinnvoll

Wie lassen sich die Mäuse jetzt noch in Schach halten? „Eine mögliche chemische Bekämpfung der Mäuse entsprechend der Anwendungsbestimmungen ist nicht mehr sinnvoll, da zum jetzigen Zeitpunkt Ködermittel nicht angenommen werden“, sagen die TLLLR-Berater.

Lediglich ein frühzeitiger Umbruch und Schwarzhalten der Flächen nach der Ernte könne den Massenbefall der Mäuse in diesen Regionen etwas eindämmen.

In den Sommerungen zählen und Köder auslegen

Die Empfehlung: Richten Sie das Augenmerk jetzt auf die Sommerkulturen.

Für einen Überblick zum Befall im eigenen Betrieb, sind prädestinierte Flächen mittels Lochtretmethode zu kontrollieren. Dafür sind auf der Fläche 250 m² abzustecken, alle Feldmauslöcher zuzutreten und nach 24 Stunden die Anzahl der wiedergeöffneten Löcher auszuzählen.

Eine Bekämpfung wird nach Überschreiten des Richtwertes von 5 bis 10 wieder geöffneten Löchern empfohlen.  Das Ausbringen von Feldmausködern ist nur mit der Legeflinte erlaubt.

„Dabei sind die die Köder gezielt in die Löcher abzulegen und die Löcher nicht zuzutreten bzw. zu verschließen“, heißt es beim TLLLR. Dabei sind eine Reihe von Anwendungsbestimmgen einzuhalten.

Geänderte Artenschutz-Regeln für Rodentizide

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für einige Rodentizide die Regeln zum Artenschutz präzisiert:

  • Arvalin
  • Ratron Gift-Linsen
  • Ratron Gift-Linsen Forst
  • Ratron Giftweizen
  • Ratron Schermaus-Sticks

NT802-1: Vor einer Anwendung in Natura-2000-Gebieten (FFH- und Vogelschutzgebieten) ist nachweislich sicherzustellen, dass die Erhaltungsziele oder der Schutzzweck maßgeblicher Bestandteile des Gebietes nicht erheblich beeinträchtigt werden. Der Nachweis ist bei Kontrollen vorzulegen.

NT803-1: Keine Anwendung auf nachgewiesenen Rastplätzen von Zugvögeln während des Vogelzugs.

NT820-1, NT820-2 und NT820-3: Keine Anwendung in aktuell nachgewiesenen Vorkommensgebieten des Feldhamsters, der Haselmaus (in einem Umkreis von 25 m um Bäume, Gehölze oder Hecken) beziehungsweise der Birkenmaus zwischen 1. März und 31. Oktober.

Entsprechend NT802-1 muss ein Nachweis geführt werden, dass durch die vorgesehene Anwendung von Zinkphosphid-haltigen Rodentiziden keine Beeinträchtigung der Erhaltungsziele oder Schutzzwecke des FFH-Gebietes erfolgt. Solange dieser Nachweis nicht vorliegt, ist eine Feldmausbekämpfung in dem jeweiligen Schutzgebiet nicht zulässig. Die Erstellung dieses Nachweises ist Gegenstand von Gesprächen in der Agrarverwaltung.

Die Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Kleinsäugern (NT820-x) wurden deutlich verändert. Für den Feldhamster, die Haselmaus und die Birkenmaus (in Thüringen nicht vorkommend) beziehen sich die Regelungen jetzt auf "aktuell nachgewiesene" Vorkommensgebiete.

Unabhängig von der Lage der NT820-Vorkommensgebiete ist eine Anwendung von Zinkphosphid-haltigen Rodentiziden im Zeitraum vom 1. November bis Ende Februar möglich.

Mit Material von TLLLR

Download Anwendungsbestimmungen Rodentizide (Quelle: TLLLR)

Feldmäuse: Schadbilder und Bekämpfung

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