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Ungräser

Trespen breiten sich aus: Das können Sie gegen das Ungras tun

Trespen in Weizen
am Dienstag, 27.07.2021 - 13:22 (Jetzt kommentieren)

Im Herbst gegen Ungräser behandeln? Ja, aber bei Trespen reicht das nicht. In Gerste gibt es ein weiteres Problem.

Die Trespe breitet sich immer weiter aus – und das über alle Kulturen. Betroffen sind nicht nur pfluglos wirtschaftende Betriebe, aber sie trifft es aufgrund der Physiologie der Pflanzen stärker. Die Pflanzenbauberater des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum aus der Eifel geben Tipps zur Kontrolle von Trespen.

Trespen lassen sich im Herbst nicht wirksam bekämpfen

Der für das Resistenzmanagement empfohlene Herbizideinsatz im Herbst führt zu Zielkonflikten und zu Problemen bei der Trespenbekämpfung. Das gilt vor allem für die Vorauflaufbehandlung gegen Ackerfuchsschwanz.

Zum einen erfasst der Wirkstoff Flufenacet und ähnliche Herbstprodukte nicht alle Trespenarten (Taube, Aufrechte und Roggen-Trespe). Zum anderen laufen die Trespen über den Herbst verteilt weiter auf.

Im Herbst ist eine ausreichende Trespenbekämfung bei starkem Besatz nur im Weizen möglich. Im Frühjahr dagegen lässt sich sowohl in Winterweizen als auch in Triticale und Roggen mit Broadway, Atlantis und Attribut (Winterweizen) sicher gegensteuern. Achtung in Wintergerste: Hier gibt es keine Möglichkeit, Trespen chemisch zu bekämpfen.

Acht Tipps, damit sich Trespen gar nicht erst ausbreiten

Die Schwierigkeiten einer ausreichenden Bekämpfung sind schon jetzt zu erkennen! Planen Sie die Trespenbekämpfung daher ähnlich wie beim Ackerfuchsschwanz über die gesamte Fruchtfolge – und das vor allem über ackerbauliche Maßnahmen. Dazu zählen diese acht Tipps:

  1. Feldrandhygiene: Vermeiden Sie das Aussamen von Trespen am Feldrand.
  2. Stoppelbearbeitung: Bearbeiten Sie möglichst frühzeitig und flache (max. 2-3 cm).
  3. Wiederholungen: Bearbeiten Sie mehrmals und bei jedem Arbeitsgang etwas tiefer.
  4. Saatzeitpunkt: Säen Sie später aus. In Wintergerste ist das nur bedingt möglich, weil das optimale Zeitfenster hier sehr kurz ist. Saaten nach dem 5. Oktober fallen ertraglich meist sehr stark ab.
  5. Pflugfurche: Pflügen Sie sauber. Das ist bei Geschwindigkeiten von 7 km/h und mehr praktisch nicht möglich. Trespen keimen nur aus sehr flachen Bodenschichten bis ca. 3 cm. Daher ist beim Bekämpfen mit dem Pflug Präzision wichtig, also beim Vorschäler, dem Scheibensech, der Fahrgeschwindigkeit und der Arbeitsbreite im Verhältnis mit der Arbeitstiefe.
    Auf keinen Fall darf lockere Erde auf die bereits gepflügte Fläche fliegen. Die enthaltenen Trespensamen finden auf der Pflugfurche optimale Keimbedingungen.
  6. Scheinsaat: Mit der Saatbettbereitung ca. 1-2 Wochen vor der eigentlichen Aussaat bringen Sie unter günstigen Bedingungen (Niederschläge) Ungräser zum Keimen. Mit der Aussaat des Wintergetreides lassen sie sich mechanisch bekämpfen.
    Sollten die Ungräser bis zur Aussaat bereits zu groß sein und das Wetter ist zu feucht, lässt sich der Bewuchs mit einem nichtselektiven Herbizid beseitigen.
  7. Strohmangement: Keine Unkrautsamen mit Mist oder Gülle auf andere Flächen verschleppen. Das sollten Sie beherzen, auch wenn das Stroh für die Biogasanlage benötigt wird. Während der Fermentation durch Tiere oder Biogasanlagen geht zwar ein Großteil der Keimfähigkeit verloren, aber ein Verlust von 100 Prozent der Keimfähigkeit der Samen ist nie sichergestellt.
  8. Verschleppung: Vermeiden Sie ein Verschleppen von Samen durch den Mähdrescher – sowohl im Feld, also vom Rand nach innen, als auch zwischen Feldern. Bei starkem Besatz ist daher ein komplettes Reinigen der Druschorgane sinnvoll, auch wenn es kostbare Druschzeit kostet. So mindern Sie das Risiko einer Einschleppung.
Mit Material von DLR Eifel

Multiple Herbizidresistenz bei Ackerfuchsschwanz

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