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Schadgräser in Wintergetreide

Trockenheit erschwert Herbizideinsätze - was wirkt jetzt?

Herbizidbehandlung im Getreide
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Anne Ehnts, agrarheute
am
09.11.2018

Die anhaltende Trockenheit erschwert aktuell die Unkrautbekämpfung im Wintergetreide. Für eine sichere Wirkung braucht es nämlich eine ausreichende Bodenfeuchte. Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sagt, was jetzt gegen Ackerfuchsschwanz und Windhalm hilft und worauf zu achten ist.

Viele Winterungen sind nur spärlich aufgelaufen oder liegen trocken im Boden. Wegen der anhaltenden Trockenheit sind die Ausgangsbedingungen für die Ernte 2019 in einigen Regionen denkbar schlecht. Ist das Wintergetreide einigermaßen gut aufgelaufen, ist die nächste Herausforderung die chemische Unkrautbekämpfung. Für eine sichere Wirkung der Bodenkomponenten braucht es nämlich eine ausreichende Bodenfeuchte. Ist dies nicht der Fall und es ist dennoch eine Herbizidmaßnahme geplant, empfiehlt die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz Produkte mit höherer blattaktiver Potenz einzusetzen.

Empfehlung für Windhalmstandorte

Auf Windhalmstandorten könne dies zum Beispiel Alliance suPrim (65 g + 65 ml) sein. Mit dem Zusatz von CTU 1,0 werde die Windhalm-Teilwirkung von Alliance suPrim ausreichend wirksam aufgewertet. Mit Ausnahme von Winterdurum ist die Mischung laut der Landwirtschaftskammer in allen Wintergetreidearten verträglich, auch in „Grannenweizen“.

Empfehlung für Ackerfuchsschwanzstandorte

Auf Ackerfuchsschwanzstandorten wird es, so die LWK, schwierig bis kaum möglich sein, Ackerfuchsschwanz, der bis jetzt noch nicht aufgelaufen ist, mit Bodenwirkstoffen fern zu halten. Dazu müsste es mal so richtig regnen. Erfahrungsgemäß laufe der Ackerfuchsschwanz aber jetzt im späteren Herbst nicht mehr stärker auf. Von Bedeutung seien daher in erster Linie die Ackerfuchsschwanz-Pflanzen, die nun vorhanden sind. Gegen solche wirken laut Kammer Axial 0,9 oder Traxos 1,2 (beides FOP-Wirkstoffe) oder Atlantis WG + FHS 0,3 + 0,6 (Sulfonylharnstoff).
Wichtig: Atlantis WG und Traxos sind NICHT in Wintergerste anzuwenden.

Für eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit sollten nach Atlantis-Anwendung 10 bis 14 Tage aktives Pflanzenwachstum und keine Kälte-Frostphasen folgen.
Mögliche Unkraut-Mischpartner (ohne Bodenwirkung) ab dem 3-Blatt-Stadium der Kultur sind Pointer SX/Trimmer SX mit 30 g, Tribun 75 WG mit 20 g, Primus/Saracen mit 75 ml.

So trocken/feucht ist der Boden aktuell

Bodenfeuchtekarte DWD

Wie feucht oder trocken es aktuell wo in Deutschland ist, zeigen Karten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD berechnet regelmäßig die Bodenfeuchte für verschiedene Kulturen und Böden. Das Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung (ZAMF) Braunschweig hat das Agrarmeteorologische Modell zur Berechnung der aktuellen Verdunstung (AMBAV) entwickelt. Die Berechnungen zeigen die aktuelle Bodenfeuchtesituation in der Schicht 0 bis 60 cm unter Gras. Die Meteorologen berechnen die Daten für die Bodenarten lehmiger Sand und sandiger Lehm.

Mit Material von LWK Rheinland-Pfalz, DWD

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