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Getreideaussaat

Was tun, wenn der Weizen spät in den Boden kommt

Getreideaussaat
© agrarfoto
von , am
17.11.2017

Wo der Weizen nicht rechtzeitig in den Boden kommen konnte, sollten die Aussaatstärken angepasst werden. Wechselweizen kann eine Alternative sein.

Das Wetter hat nicht nur im Norden der Getreideaussaat vielfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für Spätsaaten die Aussaatstärken angepasst werden.

  • Anfang November: 340 bis 370 Körner/qm
  • Ab der zweiten Novemberdekade: 370 bis 400 Körner/qm

Saatmenge in kg/ha = (Körner/qm x Tausendkorngewicht in g x 100) geteilt durch (Keimfähigkeit in % x Feldaufgang in %)

Den Feldaufgang können Sie bei optimalen Bedingungen zwischen 90 % (Tonböden) und 95 % ansetzen, im optimalen Fall 100 %.

Achtung auf Getreidebrachfliege

Späte Novembersaaten nach Rüben, Kartoffeln, Erbsen oder Winterdurum sind von der Getreidebrachfliege besonders gefährdet. Eine Bekämpfungsmöglichkeit als Beize: Contur plus mit 60 ml/100 kg Saatgut. Maximaler Mittelaufwand 108 ml/ha = max. 1,8 dt/ha.

Um Beizstaub zu vermeiden, muss der Kleber Inteco mit 30 ml/100 kg Saatgut zugemischt werden. Maximal auf acht Wochen Vorrat beizen. Bei Kombination mit fungiziden Beizen das Insektizid nach den fungiziden Beizen zugeben. Nachträgliches Anbeizen ist möglich.

Contur plus ist giftig für Vögel. Daher darf kein Saatgut offen liegen bleiben. Vor dem Ausheben der Drillschare die Dosiereinrichtung rechtzeitig abschalten.

Wechselweizen: Eine Option für späte Aussaat

Alternativ können bei später Aussaat Sommerweizensorten als Wechselweizen zum Einsatz kommen. Die Winterhärte ist mit weniger winterharten Winterweizensorten vergleichbar.

Geeignet und empfohlen sind beispielsweise Cornetto (A) und Quintus (A), beide 2013 zugelassen.

Empfehlung: Erst ab Ende November aussäen, wenn die Bodentemperatur abgesunken ist. Keine wesentliche Blattentwicklung mehr im Herbst, die Überwinterung ist dann besser. Saatstärke: Um 400 Körner/qm.

Erfahrungen aus den Sortenversuchen

Landessortenversuche zeigen:

  • Ähnliche Bestandesdichten wie Winterweizen,
  • TKG geringer als bei Winterweizen (die empfohlenen Sorten sind aber hoch eingestuft),
  • Erträge sind bei gleichem Aussaattermin vergleichbar mit Winterweizen,
  • Das Risiko begrenzen, indem die Anbaufläche beschränkt bleibt.
  • Vor allem nach Zuckerrüben gegen Brachfliege beizen.
Mit Material von DLR Rheinland-Pfalz

Weizen-Junior-Cup 2016: Von der Saat zum Gewinn

Das Team Schweinfurt vom Weizen-Junior-Cup 2016
Christian Mauer (Mitte) und sein Schweinfurter Team beim ersten Treffen im November 2015 in Mariaburghausen. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Das Team Schweinfurt vom Weizen-Junior-Cup 2016
Team Schweinfurt mit Lehrer Joachim Dömling © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Die Sorte RGT Reform
RGT Reform war beim WJC 2016 die Pflichtsorte. Sie ist derzeit der meist vermehrte Weizen in Deutschland. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Die Parzellen im November
Die Parzellen des Weizen-Junior-Cups waren Mitte November gut aufgelaufen. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
dlz-Redakteur Klaus Strotmann
Im März hat dlz-Redakteur Klaus Strotmann die Parzellen in Augenschein genommen. Die Sorten waren gut über den Winter gekommen. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Die WJC-Sorten im März
Im März zeigten die Sorten schon recht deutliche Unterschiede. Links der recht struppige Rebell, rechts der begrannte und etwas spätere Boregar. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Trockenrisse im Mai
Mitte Mai zeigten sich durch die Trockenheit erhebliche Risse im Boden. © Katharina Kiermeir, dlz agrarmagazin
Das Team Meschede
Die Junglandwirte aus Meschede prüften Mitte Mai die Ährenanlagen. © Katharina Kiermeir, dlz agrarmagazin
Ährenanlagen im Mai
Die Ährengröße der einzelnen Sorten hat sich im Mai schon deutlich unterschieden. © Katharina Kiermeir, dlz agrarmagazin
Das Team Meschede
Hans-Friedrich Bräutigam, Fachlehrer aus Meschede, im Mai bei der Bonitur mit seinen Studierenden. © Katharina Kiermeir, dlz agrarmagazin
Florian Eißner führt die Technik vor
Florian Eißner, DLG-Versuchsfeldleiter, führte seine Parzellentechnik vor. © Katharina Kiermeir, dlz agrarmagazin
Die WJC-Teams auf den DLG-Feldtagen
DLG-Feldtage 2016: Hier jubeln beide Teams gemeinsam - links die Sauerländer aus Meschede, rechts die Unterfranken aus Schweinfurt. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
DLG-Feldtage 2016
Die Versuchsparzellen des Weizen-Junior-Cups waren ein echter Besuchermagnet auf den DLG-Feldtagen. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Daniel Kloke von RAGT Saaten
Daniel Kloke von RAGT Saaten im Gespräch mit den Junglandwirten. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Die Sorten im Juni
Mitte Juni zu den DLG-Feldtagen waren die Sortenunterschiede deutlich. Noch nicht abzusehen war, dass das Team Meschede am Ende im Schnitt der drei Sorten mit 445 zu 283 Euro/ha Deckungsbeitrag vorne liegen würde. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Das Team Schweinfurt
Preisübergabe zur EuroTier: Die Zweitplatzierten kamen von der Landwirtschaftsschule Schweinfurt. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
Das Team aus Meschede
Die strahlenden Gewinner des Weizen-Junior-Cups von der Fachschule für Agrarwirtschaft in Meschede. © Klaus Strotmann, dlz agrarmagazin
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