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Getreide

Ukraine erwartet Getreideernte auf Vorjahresniveau

von , am
31.03.2010

Kiew - In der Ukraine sollen heuer 45 bis 48 Millionen Tonnen Getreide eingebracht werden, gegenüber 46 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Diese Prognose hat der neue Landwirtschaftsminister, Nikolai Prisjashnjuk, abgegeben.

© Olaf Schmitz/fotolia

Prisjashnjuk räumte ein, dass eine Verspätung der Frühjahrsbestellung um rund drei Wochen gegenüber den üblichen Fristen nicht ohne Auswirkungen auf die Größe und Qualität der Getreideernte 2010 bleiben werde. Zu schaffen machten den Agrarproduzenten zusätzlich Liquiditätsprobleme. So verfügten diese noch immer lediglich über die Hälfte der für die Absicherung der Frühjahrsbestellung erforderlichen Finanzmittel. Die Bemühungen der neuen Regierung sollten aber dafür sorgen, dass der materielle Bedarf schließlich zu 90 Prozent gedeckt würde.

Dazu sollte unter anderem die Auszahlung eines Teils der an die Exporteure nicht zurückerstatteten Mehrwertsteuer beitragen. Außerdem hätten sich die Banken nach den Verhandlungen mit der Regierung bereit erklärt, die Jahreszinsen bei den Krediten für den Agrarsektor von ansonsten üblichen 25 bis 30 Prozent auf 20 Prozent herabzusetzen. Zuvor hatte der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asarow verkündet, sein Kabinett wolle das Problem der Mehrwertsteuer-Schulden durch die Ausgabe von Schuldscheinen lösen.

Laut der Ukrainischen Getreide-Assoziation (UGA) hätten die Verzögerungen bei der Rückerstattung unter anderem zur Folge, dass die landesweiten Ausfuhren von Getreide im Februar um die Hälfte gegenüber dem Vormonat zurückgegangen seien, obwohl noch fünf Millionen davon aus der Ernte 2009 ausgeführt werden sollten. Das Problem verursache einen Rückgang der Ankaufspreise von Getreide, was den Agrarproduzenten im Laufe des gesamten Wirtschaftsjahres Mindereinnahmen in einer Gesamthöhe von umgerechnet rund 870 Millionen Euro bringen könnte. (aiz)

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