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Getreide

Ukraine: Exportstopp bei Weizen abzusehen

© Rainer Sturm
von , am
10.10.2012

Der Weizenexport der Ukraine könnte bald enden, denn die gesteckte Exportobergrenze ist fast erreicht. Aufgrund der geringen Ernte liegt sie aktuell bei vier Millionen Tonnen.

An der Matif war die Tonne Weizen nur noch 146,75 Euro je Tonne wert. © Mühlhausen/landpixel
Bis zur ersten Oktoberwoche hat das Land bereits 3 Millionen Tonnen (Mio. t) Weizen exportiert. In einer Vereinbarung mit den großen Getreideexporteuren im Land hatte sich die Regierung in einem Memorandum auf die Obergrenze von 4 Mio. t Weizen für das gesamte Wirtschaftsjahr verständigt. Dort heißt es unter anderem, dass es zwischen den Exporteuren und Regierung neue Gespräche geben wird, wenn mehr als 3,2 Mio. Weizen exportiert sind. Dann soll erneut entschieden werden auf welche Weise der Markt reguliert wird.
 
Wenn weitere Beschränkungen notwendig werden, hat die ukrainische Regierung zugesagt, die Marktteilnehmer 2 Monate vor dem Inkrafttreten der Maßnahmen zu informieren.

Weizenkontingent fast ausgeschöpft

Von den im Zeitraum vom 1. Juli bis 8. Oktober exportierten 3 Mio. t Weizen, waren 2,4 Mio. t Brotweizen. Das Landwirtschaftsministerium meldete zudem, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits 5,23 Mio. t Weizen über Kontrakte für den Export gebunden sind. Davon sind 4,48 Mio. t Brotweizen. Hinzu kommen 1,9 Mio. t für den Export bestimmte Gerste und 3,17 Mio. t Mais.
 
Von der Gerste waren bis zur ersten Oktoberwoche 1,33 Mio. t exportiert und damit weniger als im letzten Jahr. Die Maisexporte beliefen sich bis Anfang Oktober auf 3,17 Mio. t. Allerdings hatte die Ernte gerade erst begonnen. Die zwischen den Unternehmen und staatlichen Stellen vereinbarten Beschränkungen für die Gerstenexporte lagen bei 3 Mio. t und für die Maisexporte bei 12,2 Mio. t. Damit ist bei beiden Kulturen – anders als bei Weizen - noch Luft nach oben und insbesondere bei Mais ist vor dem Hintergrund einer großen Ernte noch mit umfangreichen Exporten zu rechnen.

Kleine Weizenernte beschränkt Exporte

Das Landwirtschaftsministerium schätzt die gesamte Getreideernte auf 46 bis 46,5 Mio. t und damit rund 10 Mio. t kleiner als im letzten Jahr (56,7 Mio. t). Im letzten Wirtschaftsjahr exportierte die Ukraine rund 5,4 Mio. t Weizen, rund 2 Mio. Gerste und 14,5 Mio. t Mais. In diesem Jahr haben Auswinterung und Trockenheit die Weizen- und Gerstenernte massiv einbrechen lassen und damit das Exportpotential deutlich reduziert. Nach den letzten Schätzungen des IGC erreicht die Weizenernte in der Ukraine mit 13,5 Mio. t gerade einmal 60 Prozent der Vorjahresmenge und der Export bleibt wegen der staatlichen Beschränkungen mit 4 Mio. t rund 1,4 Mio. t unter dem Vorjahreswert.

Sehr viel Mais für den Weltmarkt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bei Gerste erreichen die letzten Produktionsschätzungen des USDA einen Wert von 6,7 Mio. t nach gut 9 Mio. t im letzten Jahr. Die Exporte werden wegen der Ausfuhr-Beschränkungen und der kleineren Ernte bei 2,5 Mio. t erwartet. Immerhin benötigt die Ukraine 5 bis 6 Mio. t Gerste für den Eigenbedarf. Reichlich ist diesem Jahr wegen der Anbauausweitung auf den Auswinterungsflächen die Maisernte, auch wenn die ursprünglichen Prognosen wegen der Trockenheit nicht erreicht werden.
 
Der internationale Getreiderat schätzt die Produktion jetzt – trotz eines Flächenzuwachs um 1 Mio. ha auf 4,5 Mio. ha – um knapp 3 Mio. t kleiner als im letzten Jahr auf etwa 20 Mio. t. Die Exportmenge ist auf 12,2 Mio. t limitiert. Damit wäre die Ukraine trotz eines Export-Rückgangs von 2 Mio. t, nach den USA, Argentinien und Brasilien der drittgrößte Maisexporteur der Welt.
 

 
 
 
 
 
 
 
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