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Getreide

Ukraine: Ein Fünftel mehr Sommergetreide

von , am
02.03.2012

Aufgrund starker Auswinterschäden soll der Anbau von Sommergetreide in der Ukraine um 22 Prozent ansteigen. Beim Mais wird eine Zunahme von 40 Prozent erwartet.

© Mühlhausen/landpixel
Der Anbau von Sommergetreide soll in der Ukraine in diesem Jahr um 22 Prozent zunehmen. Ursache sind die starken Auswinterungsschäden bei Wintergetreide und Raps. Für alle Sommergetreidearten zusammen erwartet das ukrainische Landwirtschaftsministerium eine Anbaufläche von 9,5 Millionen Hektar (Mio. ha) im Vergleich zu 7,8 Mio. ha im letzten Jahr. Die Anbaufläche von Sommer- und Wintergetreide zusammen liegt nach Ministeriumsangaben bei 15,5 Mio. ha und damit genau so hoch wie 2011.

Maisanbau wächst um 40 Prozent

Die Anbauentwicklung von Getreide und Ölsaaten in der Ukraine.
Bei Mais geht das ukrainische Ministerium derzeit von einer Anbaufläche von 4,5 bis 5 Mio. ha aus. Dies wäre gegenüber dem Rekordjahr 2011 nochmals eine Zunahme von eine Mio. bis 1,5 Mio. ha beziehungsweise ein Zuwachs von rund 40 Prozent. Damit würde sich das Land in der Rangliste der großen Maisexporteure weiter nach katapultieren und der Mais würde den Weizen zumindest zeitweise als wichtigste Kultur verdrängen. Der in früheren Jahren nach Auswinterungsschäden typische Zuwachs bei Sommergerste bleibt in diesem Jahr mit 0,3 Mio. ha auf insgesamt drei Mio. ha relativ gering. Falls die Frostschäden die bisherigen Erwartungen übertreffen, halten die ukrainischen Fachleute eine weitere Zunahme der Sommergerstenfläche auf bis zu 3,2 Mio. ha für möglich. Der im Unterschied zum russischen Nachbarn eher unbedeutende Anbau von Sommerweizen soll um 100.000 Hektar (ha) auf insgesamt 400.000 zunehmen. Auch die Anbaufläche von Hafer dürfte um 100.000 ha auf 400.000 ha wachsen.

Mehr als drei Millionen Hektar werden neu bepflanzt

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Das Landwirtschaftsministerium geht derzeit davon aus, dass von den ursprünglich mit Wintersaaten bepflanzten 8,4 Mio. ha etwa 5,5 bis 6,0 Mio. ha übrig bleiben. Auf etwa 4,5 bis 5 Mio. ha der verbleibenden Flächen wächst Winterweizen, auf 0,8 bis eine Mio. ha steht Gerste und auf 0,3 Mio. ha Roggen. Insgesamt müssen also drei bis 3,5 Mio. h ausgewinterte Flächen mit Sommergetreide oder Ölsaaten neu bepflanzt werden. Bei dem auf etwa 0,85 Mio. ha gepflanzten Winterraps, liegen die Frostschäden bei etwa 30 bis 40 Prozent also bei rund 0,3 Mio. ha. Entsprechend rechnet das Ministerium damit, das der Anbau von Sojabohnen um 0,3 Mio. ha auf 2,4 Mio. ha zunimmt. Der Anbau von Sonnblumen bleibt mit 4,5 Mio. ha hingegen stabil.
 
Wöchentliche Informationen zum Getreidemarkt und den Preisen finden Sie unter Rubrik Marktfrüchte unter dlz-online ...

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