Login
Getreide

Ukraine: Kein Exportverbot für Weizen aber Interventionsverkauf

von , am
08.11.2012

In der Ukraine soll der Verkauf von Interventionsgetreide den Anstieg der Getreidepreise stoppen. Einen offiziellen Exportstopp wird es nicht geben, aber dafür eine Ausfuhrobergrenze.

© Mühlhausen/landpixel
Die Ukraine will den scharfen Anstieg der Getreidepreise am Binnenmarkt mit dem Verkauf von Getreide aus dem Interventionsfonds stoppen. Das wurde diese Woche aus dem ukrainischen Landwirtschaftsministerium bekannt. Nach Angaben des Ministeriums befinden sich derzeit etwa zwei Millionen Tonnen Getreide in den Interventionslagern.
 
 
 
 
Wenige Tage zuvor hatte man die Absicht den Weizenexport offiziell ab 15. November zu verbieten wieder dementiert. Jedenfalls hatte der stellvertretende ukrainische Agrarminister Ivan Bisyuk dies in der letzten Woche der Presse mitgeteilt. Allerdings gilt für Weizen eine Ausfuhrobergrenze von 5,5 Millionen Tonnen (Mio. t).
 

Obergrenze bei Weizen erhöht

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Die bis Ende Oktober zwischen den großen Getreidehändlern und der ukrainischer Regierung vereinbarte Obergrenze für die Weizenausfuhr ist von fünf Millionen auf 5,5 Mio. t nach oben gesetzt worden und soll nicht überschritten werden. Ein offizielles oder schriftliches fixiertes Exportverbot ab 15. November wird es nach den Angaben des Landwirtschaftsmisters Prisyazhnyuk jedoch nicht geben.

Rekordausfuhren im Oktober

Bis Ende Oktober hatte die Ukraine etwa 4,1 Mio. t Weizen exportiert, davon rund 3,3 Mio. t Brotweizen. Hinzu kommen 1,6 Mio. t Gerste und etwa 2,8 Mio. t Mais. Im Oktober hatte das Tempo der Ausfuhren erheblich zugenommen und nach Mitteilung des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums sogar einen Rekordwert von rund 3 Mio. t Getreide erreicht.

Weizenexport bereits ausgeschöpft

Globaler Weizenpreisindex.
Bereits Mitte Oktober war eine deutlich größere Menge an Weizen über Kontakte für den Export gebunden als die Vereinbarungen zuließen. Einschließlich der bereits gelieferten Mengen bestanden Verträge für den Export von 5,44 Mio. t Weizen (dav. 4,6 Mio. t Brotweizen) knapp zwei Millionen Tonnen Gerste und 3,9 Mio. Mais.
Damit war das von der ukrainischen Regierung zu diesem Zeitpunkt veranschlagte Exportpotential bei Weizen von fünf bis 5,3 Mio. t bereits Mitte Oktober erreicht. Diese Größenordnung scheint im Übrigen angesichts einer Ernte von 15,5 Mio. t und einem Eigenbedarf von 12,5 bis 14 Mio. t auch realistisch.

Zwei Drittel der Exporte ist Mais

Völlig anders ist die Situation jedoch bei Mais. Hier liegt die Ausfuhrgrenze bei etwa 12,5 Mio. t und kann bei einer erwarteten Ente von 20 bis 21 Mio. t auch ohne Probleme geliefert werden. Anfang November geht die ukrainische Regierung von Getreideexporten in einer Größenordnung von 20 Mio. t aus. Davon entfällt der größte Teil nämlich fast zwei Drittel auf Mais (63 %) und nur gut ein Viertel auf Weizen (28 %) und der Rest (2 Mio. t) auf Gerste.
Auch interessant