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Getreide

Ukraine: Weizenproduktion mindestens ein Drittel kleiner

von , am
23.02.2012

Die Auswinterungsschäden in der Ukraine dürften bei Wintergetreide rund drei Millionen Hektar betragen und bei Raps rund 0,5 Millionen Hektar. Das teilte das Landwirtschaftsministerium gestern mit.

Der Internationale Getreiderat setzte sowohl die globale Weizenernte als auch die weltweiten Weizenbeständen auf neue Rekordwerte nach oben. © Mühlhausen/landpixel
Allerdings ist man sich über die endgültigen Schäden nicht wirklich sicher, denn ein Drittel der Wintersaaten befand sich bereits vor dem Kälteeinbruch in schlechtem Zustand. Der ukrainische Landwirtschaftsminister erwartet die kommende Getreideernte deshalb innerhalb einer Spanne von 42  bis 50 Millionen Tonnen. Im letzten Jahr brachten die ukrainischen Landwirte mit 56,7 Millionen Tonnen eine Rekordernte ein. Davon waren rund 22 Millionen Tonnen (Mio. t) Weizen, 22,5 Mio. t Mais und rund neun Millionen Tonnen Gerste.

Neue Weizenernte erlaubt kaum Exporte

Durch die kleinere Ernte werden wohl kaum Exporte möglich sein.
Das ukrainische Landwirtschaftsministerium schätzte die neue Weizenernte auf 15 bis 16 Mio. t. Vor zwei Wochen hatte das ukrainische Analystenhaus UkrAgroConsult die erwartete Gesamternte auf 45 Millionen Tonnen und die Weizenernte auf 13,7 Millionen Tonnen geschätzt. Kurz zuvor hatte die Analysten von ProAgro ihre Ernteprognose bei Weizen auf 14,3 Millionen Hektar reduziert. Beide Unternehmen gingen jedoch von einer deutlich Ausweitung des Maisanbaus und der Exporte aus, die bereits in diesem Jahr in 14 Mio. t erreichen könnten.
 
Damit würde die Ukraine mit Argentinien, der Nummer zwei unter den Maisexporteuren, gleichziehen. Der Weizenexport würde bei einer Ernte von knapp 14 Mio. t hingegen gegen Null tendieren.

Ukraine: Landwirtschaft (fast) ohne Fördergelder
 

Getreideausfuhr schwächt sich ab

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die Ukraine bis Februar rund 12,5 Millionen Tonnen Getreide exportiert. Im Monat Februar waren es wegen der logistischen Probleme an den Exporthäfen nur noch 1,2 Mio. t , nach zwei Millionen Tonnen im Januar. Von den bisherigen Exporten entfielen immerhin 6,95 Mio. t bzw. knapp 60 Prozent auf Mais. Etwa 2,98 Mio. t des exportierten Getreides waren Weizen, davon 1,64 Mio. t Brotweizen. Gerste wurde in diesem Zeitraum 1,94 Mio. exportiert. Im letzten Jahr wurde im selben Zeitraum lediglich 7,39 Mio. t Getreide ausgeführt. Davon waren jedoch 2,65 Millionen Tonnen Weizen (2,2 Mio. t Brotweizen) und nur zwei Millionen Tonnen Mais sowie 2,4 Mio. t Gerste.
 
Wöchentliche Informationen zum Getreidemarkt und den Preisen finden Sie unter Rubrik Marktfrüchte unter dlz-online ...
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