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Getreide

Ukraine/Gerste: Kleine Ernte aber hohe Bestände

von , am
19.09.2012

Die ukrainische Gerstenproduktion fällt etwa ein Viertel kleiner aus als im letzten Jahr. Die Ausfuhrmenge wurde wie bei Weizen zentral limitiert.

Bei der Futtergerste sollte der Stickstoffgehalt im Korn über 2 Prozent liegen. © Mühlhausen/landpixel
Bislang läuft der Export jedoch eher schleppend. Die Lagerbestände sind hingegen relativ hoch. Sowohl am Binnenmarkt als auch im Export ist der Mais zum wichtigsten Futtergetreide geworden.

Produktion rückläufig

Die ukrainische Erntefläche von Gerste liegt wegen der Auswinterungsschäden mit 3,3 Millionen Hektar (Mio. ha) etwa zehn Prozent (%) niedriger als im letzten Jahr und die Erträge verfehlen das Vorjahresergebnis mit 2,03 t/ha um knapp ein Fünftel. Zuletzt wurde die diesjährige Gerstenproduktion auf 6,7 Millionen Tonnen (Mio. t) geschätzt. Dies wäre ein Rückgang von etwas mehr als einem Viertel im Vergleich zum letzten Jahr (9,1 Mio. t). Die Exporte hat die ukrainische Regierung auf drei Millionen Tonnen limitiert. Vor wenigen Jahren hat die Ukraine noch rund zwölf Millionen Tonnen Gerste geerntet und fünf bis sechs Mio. t exportiert.

Ausfuhr im September belebt

Von Juni bis Mitte September 2012 haben ukrainische Unternehmen etwa 960.000 t Gerste exportiert. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dies ein Rückgang von knapp einem Drittel. In den ersten beiden Septemberwochen hat sich der Export allerdings deutlich beschleunigt. Für diesen Zeitraum lag die Ausfuhrmenge bei 410.000 t und damit bei gut 40 % der bisherigen Gesamtexporte.

Relativ hohe Lagerbestände

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Insgesamt wurde bislang jedoch erst ein Drittel der möglichen Exportmenge von drei Millionen Tonnen ausgeschöpft. Sollte das Ausfuhrtempo jedoch so hoch bleiben wie in den beiden ersten Septemberwochen, könnte das Export-Limit etwa im November erreicht sein. Allerdings werden die ukrainischen Exportkapazitäten wohl bald wieder durch den am Weltmarkt stärker gefragten Mais beansprucht. Die Lagerbestände wurden Anfang September immerhin mit 3,5 Mio. t angegeben. Der Inlandsbedarf wird vom USDA auf rund fünf Millionen Tonnen (Vorjahr: sechs Millionen Tonnen) geschätzt, so dass eigentlich ausreichend Ware zur Verfügung steht.
 
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