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Getreide

Ukraine/Weizen: Exportkontingent erneut ausgeschöpft

von , am
21.11.2012

Die Ukraine hat Mitte November die von den Behörden auf 5,5 Millionen Tonnen (Mio. t) festgelegte Exportobergrenze bei Weizen erreicht.

© Mühlhausen/landpixel
Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit einer administrativen staatlichen Regulierung der Weizenexporte ab Dezember deutlich zu. Trotz der im Vergleich zum Vorjahr rund 30 Prozent (%) kleineren Ernte und der stark abgebauten Lagerbestände haben die Weizenausfuhren zuletzt erheblich an Dynamik gewonnen. Grund ist die sehr robuste globale Nachfrage und die hohen Exportpreise.

Obergrenze bereits überschritten

Vom 1. Juli bis 19. November hat die Ukraine nach Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums bereits 5,17 Mio. t Weizen exportiert. Davon waren 4,33 Mio. t Brotweizen und 0,84 Mio. t Futterweizen. Weitere 0,49 Mio. t Weizen lagern in Terminals der Seehäfen und warten nur noch auf die Verschiffung. Damit liegt die insgesamt für den Export gebundene Menge Weizen bereits bei 5,66 Mio. t und übersteigt zum wiederholten Mal die staatlich festgelegte Obergrenze von zuletzt 5,5 Mio. t.

Exportverbot ab Dezember?

Die ukrainische Getreideunion hat bereits Anfang November darauf hingewiesen, dass vor dem Hintergrund der aktuellen Exportentwicklung und der staatlichen Ausfuhrobergrenze von 5,5 Mio. t, ein Exportstopp für Weizen ab Dezember zu erwarten ist. Dieses Ausfuhrverbot könnte dann bis Mai oder Juni dauern, bis klarer wird, wie groß die neue Weizenernte ist.
 
Die sehr knappe Marktversorgung wird durch den deutlichen Abbau der Lagerbestände bestätigt. Anfang November befanden sich nach den Daten des statistischen Amtes noch 21,3 Mio. t Getreide in den ukrainischen Getreidelägern, das waren 22 % weniger als im letzten Jahr. Die Weizenbestände wurden mit 8,2 Mio. t angegeben, Gerste befand sich noch 2,5 Mio. t in den Lägern und 8,9 Mio. t des eingelagerten Getreides war Mais. 

Reichlich Mais für den Weltmarkt

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Mais wird von Exportbeschränkungen ohnehin nicht betroffen sein. Zwar ist die Ernte mit 19 bis 21 Mio. t nicht ganz so gut wie im Vorjahr (23 Mio. t). Dennoch bleibt bei einem Verbrauch von etwa zwölf Millionen Tonnen reichlich Ware für den Export. Bis 19. November hatte die Ukraine bereits 3,7 Mio. t Mais exportiert. Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres rechnet die ukrainische Getreideunion mit Ausfuhren von 12,5 bis 13,5 Mio. t und damit etwas weniger als im letzten Jahr (15 Mio. t).
 
Angesichts des knappen globalen Angebots sind ist ukrainischer Mais am Weltmarkt sehr gut nachgefragt und hat auch für den europäischen Importe große Bedeutung. Im letzten Jahr kamen fast 60 % der europäischen Maisimporte aus der Ukraine.
 
 
 
 
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