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Getreide

Ukraine/Weizen: Kleine Ernte und regulierte Exporte

© Mühlhausen/landpixel
von , am
20.09.2012

Die Ukraine wird dieses Jahr fast ein Drittel weniger Weizen ernten als 2011. Anfang September hat die ukrainische Regierung den Weizenexport deshalb auf vier Millionen Tonnen begrenzt.

Der Weizenpreis sank nochmal um 2 Euro je Tonne. © Mühlhausen/landpixel
Bis Mitte September hat das Land bereits zwei Millionen Tonnen (Mio.) t Weizen exportiert. Dabei hat sich das Ausfuhrtempo im September sogar noch erhöht. Bei den Exportauktionen des größten Weizenimporteurs Ägypten sind die ukrainischen Preise zuletzt kräftig gestiegen. Mit rund 345 US-Dollar je Tonne (USD/t) kostete ukrainischer Weizen jedoch weniger als die Ware aus Russland.

Auswinterung und Trockenheit

Nach massivem Auswinterungsschäden und weiteren Mindererträgen durch Trockenheit und Hitze, lagen die Schätzungen für die ukrainische Weizenernte zuletzt bei 15,5 Mio. t (Vorjahr 22,3 Mio. t). Die Erntefläche ist mit 5,7 Millionen Hektar (Mio. ha) rund 15 Prozent (%) kleiner als im letzten Jahr und die bislang geschätzten Ertragswerte verfehlen das Vorjahresergebnis mit 2,72 t/ha um fast ein Fünftel. Von Anfang Juli bis Mitte September hat die Ukraine nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums knapp zwei Millionen Tonnen Weizen exportiert. (Davon waren 1,43 Mio. Nahrungsweizen). Die Exportmenge des letzten Jahres wird um mehr als 60 % übertroffen.

Hohes Exporttempo

Damit ist allerdings die Hälfte der möglichen Weizenrausfuhr bereits Mitte September erfolgt. Bei gleichem Exporttempo wäre danach Ende Oktober mit den ukrainischen Exporten Schluss. Allein in den beiden ersten Septemberwochen exportierte die Ukraine knapp 0,7 Mio. t Weizen. Ukrainische Anbieter waren auch bei den letzten Exportauktionen Ägyptens beteiligt und erhielten zusammen mit Russland Lieferzuschläge.
 
Bis zur Exportlimitierung Anfang September hatte das USDA noch mit einer möglichen Weizenrausfuhr von sechs Millionen Tonnen gerechnet. Die vor Ort in Kiew tätigen französischen Analysten von Agritel, hatten eine Ausfuhr von 4,7 Mio. t für möglich gehalten. Im letzten Jahr exportierte die Ukraine trotz der sehr guten Ernte nur 5,3 Mio. t.

Sehr hohe Lagerbestände

Ursache für die trotz der schlechten Ernte sehr flotten Exporte sind die noch sehr hohen Lagerbestände. Diese beliefen sich nach Angaben des ukrainischen Statistikamtes am 1. September immerhin auf 13 Mio. t Weizen. Davon lagerten in den Landwirtschaftsbetrieben rund sieben Millionen Tonnen  und die übrige Menge bei Verarbeitern und Getreidehändlern. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Bestände jedoch schon mehr als zehn Prozent kleiner und nahmen weiter rasch ab.

Weniger Weizen ins Tierfutter

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Der ukrainische Inlandsbedarf an Weizen wurde vom US-Landwirtschaftsministerium auf 12,3 Millionen Tonnen geschätzt.
 
Im letzten Jahr verbrauchten die Ukrainer wegen der sehr guten Ernte immerhin 15 Millionen Tonnen. Davon gingen jedoch sechs Millionen Tonnen ins Tierfutter. In diesem Jahr werden wegen der guten Maisernte wohl nur drei Millionen Tonnen Weizen - und damit halb so viel - verfüttert. 
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