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Getreide

Umfrage: Wie sind die Erträge bei der Wintergerste?

von , am
31.07.2013

Nach dem langen Winter und den teilweise sehr intensiven Niederschlägen im Juni hat sich die Wintergerstenernte verzögert. agrarheute.com will wissen, mit welchen Erträgen die Landwirte rechnen.

© landpixel
Die Ernte der Wintergerste läuft derzeit auf Hochtouren, in einigen Gegenden ist sie auch schon fast oder ganz abgeschlossen, wie in Baden, in Brandenburg, im Rheinland sowie in Sachsen-Anhalt. In Höhenlagen sowie auf schwereren Ackerböden und im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein hat sie jedoch erst vor kurzem richtig angefangen. Laut dem ersten DBV-Erntebericht schwanken die Gerstenerträge je nach Region stark, fallen aber insgesamt mit gut 6,4 Tonnen pro Hektar durchschnittlich aus. Wintergerste wurde in diesem Jahr auf rund 1,2 Millionen Hektar angebaut.

Rege Beteiligung an der Umfrage

In unserer aktuellen agrarheute-Umfrage wollen wir wissen, mit welchen Ernteerträgen die Landwirte derzeit bei der Wintergerste rechnen. Seit Montag können sie sich an der Abstimmung beteiligen. Das Thema scheint viele zu anzusprechen. In den vergangenen zwei Tagen gaben schon fast 650 Teilnehmer ihre Stimme ab. Die meisten, also fast ein Drittel, rechnet mit Erträgen zwischen 50 - 60 dt/ha, ein Viertel der Landwirte kalkuliert mit 60 - 70 dt/ha, 23 Prozent hofft auf 70 - 80 dt und immerhin noch 18 Prozent erwarten über 80 dt/ha.
 
Wie hoch sind Ihre Erwartungen? Nehmen Sie an unserer aktuellen Umfrage (rechs) teil.

Wintergersten-Ernte nach Bundesländern:

  • Thüringen: Der geschätzte Flächenertrag von 6,4 Tonnen pro Hektar Wintergerste liegt um zwei Prozent unter dem Ertrag des Jahres 2012 und vier Prozent unter dem Durchschnitt der letzten sechs Jahre. In Thüringen wurde Wintergerste auf 72.000 Hektar angebaut.
  • Nordrhein-Westfalen: In den milderen Lagen des Rheinlandes wurden bereits in der zweiten Juniwoche die ersten Wintergerstenfelder gedroschen. Inzwischen hat die Gerstenernte auch in den tieferen Lagen entlang des Rheins, in der Köln-Aachener Bucht, am Niederrhein und in der Soester Börde begonnen bzw. ist teilweise sogar schon abgeschlossen. In NRW rechnet man mit guten Feuchtegehalten bei der Wintergerste, aber auch mit starken regionalen Unterschieden. Von einem Ertragsrückgang gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent bis zu einem um 20 Prozent höheren Ertrag als in der vergangenen Ernte wird berichtet. Insgesamt wird mit einer Wintergerstenernte in Höhe von gut 7,7 Millionen Tonnen kalkuliert. Dies entspräche gegenüber dem Vorjahr einer um gut 650.000 Tonnen höheren Erntemenge. Angesichts des derzeit guten Druschwetters kann Wintergerste zum überwiegenden Teil mit Feuchtegehalten von 12 bis 15 Prozent geerntet werden. Wintergerste ist die zweitwichtigste Feldfrucht in NRW mit einer Anbaufläche von 115.105 ha. Lokal begrenzt, vor allen Dingen im Rheinland, gibt es auf einigen Feldern Ertragsausfälle durch die schweren Unwetter mit Hagel Ende Juni und Anfang Juli.
  • Rheinland-Pfalz: In den südlichen Regionen von Rheinland-Pfalz wurde die erste Gerste bereits eingefahren Im Rheingraben startete die Haupternte vergangene Woche, im Norden und Osten Deutschlands hingegen erst in dieser Woche.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim waren Mitte Juli schon 15 Prozent der Wintergerste abgeerntet, danach ging es weiter geht in der Rostocker Umgebung. "Der Erntebeginn liegt um circa eine Woche hinter dem des Vorjahres zurück, ist aber nicht außergewöhnlich spät", berichtete Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. "Bei den Getreidearten und beim Raps rechnen wir mit einem guten Ertrag, auch die übrigen Ackerkulturen haben sich zufriedenstellend entwickelt" erläutert Dr. Backhaus. Wintergerste steht in diesem Frühjahr auf 122.600 Hektar (+ 6 Prozent gegenüber 2012).
  • Hessen: "Südhessen ist ein Frühdruschgebiet", "Wir hatten schon schlechtere Ernten" "Die Ernteprognosen für dieses Jahr sind insgesamt betrachtet nicht so schlecht", so Schneider. "Wir hatten schon deutlich schlechtere in den zurückliegenden Jahren, besonders im letzten Jahr, als hessenweit ungewöhnlich harte Kahlfröste einen großen Teil des Wintergetreides vernichtet haben". Allerdings seien einige Gebieten in Südhessen von dem Rheinhochwasser im Juni stark betroffen worden. Dort sei die Ernte dieses Jahres regelrecht ins Wasser gefallen. Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider. 
  • Niedersachsen: Auf den trockeneren Standorten in Niedersachsen wurde die erste Gerste bereits Mitte Juli eingefahren. In Niedersachsen wächst in diesem Jahr auf gut 790.000 Hektar Getreide, das sind rund 25.000 Hektar mehr als im Vorjahr. Gerste hat daran einen Anteil von etwa 15 Prozent. Auf knapp 126.000 Hektar steht Wintergerste.
  • Bayern: Im Freistaat waren viele Landwirte von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen. Landesweit wurden auf 30.000 Hektar Ackerland erhebliche Aufwuchs- und Ernteschäden verursacht. Getreidebauern können im Gegensatz zu den Erzeugern von Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben dennoch mit einer guten Ernte über dem langjährigen Durchschnitt von 6,6 Millionen Tonnen rechnen. Dem Getreide kam zugute, dass heuer auch in den Trockenlagen Nordbayerns ausreichend Niederschläge für eine ansprechende Entwicklung gesorgt haben. Der Anbau von Wintergerste stieg um elf Prozent auf knapp 250.000 Hektar.

AMI: Gerste in Frühdruschgebieten kaum zu vermarkten

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) war die kühl-feuchte Witterung der vergangenen Monate für die Entwicklung der Getreidepflanzen sehr vorteilhaft, so dass sie mit einer überdurchschnittlichen Ernte rechnete. Allerdings fielen laut AMI die Erträge und die Naturalgewichte der ersten Gerste in den Frühdruschgebieten auf den überwiegend leichten Böden sehr niedrig aus, so dass die Vermarktung schwierig sei.
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