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Getreideanbau

Unkrautbekämpfung: Hacke statt Herbizid

Mechanische Unkrautbekämpfung
am Dienstag, 07.04.2020 - 15:30 (Jetzt kommentieren)

Mechanische Unkrautkontrolle ist auch in Getreide eine Alternative zum Herbizideinsatz, wenn die Geräte mit Kameras oder Sensoren ausgestattet und richtig eingestellt sind. 5 Tipps von unseren Pflanzenexperten.

Mechanische Unkrautbekämpfung ist in allen Frühjahrs- und Wintergetreidearten auf sämtlichen Bodentypen möglich. Allerdings ist eine Hacke auf steinigen Böden nicht zu empfehlen. Dort ist der Striegel besser. Problematisch können auch Hanglagen sein, weil dort das Risiko der Erosion steigt, wenn Regen den gelockerten Boden abträgt.

Die folgenden fünf Tipps sollen Ihnen helfen mit Hacke und Striegel in Getreidebeständen erfolgreich gegen Unkraut vorzugehen.

1. Kameragesteuerte Hacke

Eine an der Hacke installierte Kamera ermöglicht den Verzicht auf eine zweite Arbeitskraft, um die Hacke zu lenken. So lassen sich auch höhere Fahrgeschwindigkeiten realisieren, ohne Verluste an den Kulturpflanzen befürchten zu müssen.

2. Nicht zu lange warten

Auch die beste Technik kann kein verunkrautetes Feld retten. Die mechanische Unkrautkontrolle sollte daher als das letzte Glied in einer Kette gesehen werden, um einen möglichst unkrautfreien Bestand zu etablieren. Besonders Unkräuter, die in den Reihen der Kulturpflanzen wachsen, können nach wie vor große Probleme bereiten. Wartet man zu lange, ist meist nur noch das Herbizid das Mittel der Wahl.

3. Alle Werkzeuge nutzen

Für einen möglichst geringen Unkrautdruck sind alle pflanzenbaulichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Dazu zählen unter anderem eine angepasste Fruchtfolge und ein vorbeugendes Arbeiten, etwa ein später Saatzeitpunkt, eine falsche Saatbettbereitung oder der Einsatz von Pflug und Grubber.

4. Verluste einplanen

Die Aussaatmenge ist um rund 10 Prozent zu erhöhen, um Verluste an Kulturpflanzen auszugleichen, die mit der Mechanik auftreten können. Eine höhere Saatmenge bietet oftmals eine bessere Konkurrenz gegen Unkraut.

5. Eine Frage der Einstellung

Wird blind gestriegelt, kann es von Vorteil sein, etwa 2 bis 3 cm tiefer zu säen. Das stellt sicher, dass die Striegelzinken die zarten Keimlinge nicht zerstören. Das Zeitfenster zum Blindstriegeln ist meist nur wenige Tage lang und hängt stark von der Witterung ab. Warmes Wetter fördert eine schnelle Keimung. Eine ständige Kontrolle der Arbeitstiefe der Striegelzinken ist essenziell, um Schäden an der Kultur zu vermeiden.

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